Für den Weg von Mollie nach DATEV gibt es mehrere Lösungen, und sie unterscheiden sich stärker, als die Werbetexte vermuten lassen. Dieser Vergleich ordnet sie nach ihrem Ansatz statt nach Featurelisten, weil der Ansatz darüber entscheidet, ob eine Lösung zu deinem Geschäft passt.
- Es gibt drei Ansätze: reiner Zahlungsimport, Shop-basierte Abstimmung und zahlungsbasierte Vollbuchhaltung.
- Reiner Zahlungsimport ist am günstigsten und lässt die Erlösseite offen, das ist der DATEV Datenservice ab 10 € im Monat.
- Shop-basierte Lösungen wie pathway oder AccountOne sind stark, wenn ein Shopsystem die Bestellungen liefert.
- Wer direkt über Mollie verkauft, ohne Shop, braucht eine Lösung, die die Erlösseite aus den Zahlungsdaten baut. Dort steht Meridian.
- Alle Angaben stammen von den öffentlichen Anbieterseiten, abgerufen am 25. Juli 2026, und können sich ändern.
Drei Ansätze, nicht fünf Produkte
Wer Anbieter nach Funktionen vergleicht, verliert sich. Sinnvoller ist die Frage, woher eine Lösung ihre Informationen nimmt, denn daraus folgt fast alles andere.
Der reine Zahlungsimport liest, was der Zahlungsdienstleister weiß: Betrag, Zeitpunkt, Gebühr. Die Shop-basierte Abstimmung holt sich die Bestellungen aus dem Shopsystem und ordnet die Zahlungen zu. Die zahlungsbasierte Vollbuchhaltung erzeugt die Erlösseite direkt aus den Zahlungsdaten, inklusive Rechnung und Steuerlogik.
Die Übersicht
Stand aller Angaben ist der 25. Juli 2026, Quelle sind die jeweiligen Anbieterseiten. Preise und Funktionsumfang ändern sich, prüf sie vor einer Entscheidung noch einmal selbst.
| Lösung | Ansatz | Shop nötig | Rechnungen | OSS | Preis laut Anbieter |
|---|---|---|---|---|---|
| DATEV Datenservice Zahlungsdienstleister | Zahlungsimport | nein | nein | nicht ausgewiesen | ab 10 € im Monat |
| pathway solutions | Shop-basierte Abstimmung | ja, Shopanbindung | aus dem Shop | ja, dokumentiert | ab 119 €, gestaffelt nach Bestellvolumen |
| AccountOne | Shop- und rechnungsbasiert | in der Regel ja | Rechnungsmodul im Beta-Test | nicht ausgewiesen | auf der Produktseite nicht genannt |
| BuchhaltungsButler | Vollbuchhaltung mit CSV-Import | nein | ja, integriert | nicht ausgewiesen | Tarifmodell, gestaffelt |
| Meridian | zahlungsbasierte Vollbuchhaltung | nein | ja, § 14 UStG automatisch | ja, Split nach Kartenland | 99,99 € netto flat, unbegrenzt |
Wann der DATEV Datenservice reicht
Der offizielle Datenservice von DATEV ist die günstigste Variante und technisch die nahtloseste, weil sie im DATEV-Ökosystem bleibt. Er überträgt die Zahlungsdaten aus Mollie und macht daraus Buchungsvorschläge.
Er ist die richtige Wahl, wenn deine Erlösseite bereits sauber aus einem anderen System kommt, etwa aus einem Warenwirtschafts- oder Rechnungsprogramm, und dir wirklich nur der Zahlungsabgleich fehlt. Rechnungen nach § 14 UStG erzeugt er nicht, und eine OSS-Aufteilung ist auf der Produktseite nicht ausgewiesen.
Wann eine Shop-basierte Lösung die bessere ist
Betreibst du einen klassischen Onlineshop mit Shopify, WooCommerce, Shopware oder einem Marktplatz, dann ist die Bestellung die beste Datenquelle, die es gibt. Sie kennt Artikel, Steuersätze, Lieferadresse und Kunde.
Anbieter wie pathway solutions oder AccountOne setzen genau dort an und decken Fälle ab, die Meridian nicht abdeckt: Marktplätze, Warenlieferungen mit Lieferschwellen-Logik, Retouren aus dem Shop, mehrere Verkaufskanäle nebeneinander. Wenn dein Geschäft so aussieht, ist eine dieser Lösungen die passendere, und das ist keine Höflichkeitsfloskel.
Kurz: Wer Ware über einen Shop verkauft, ist bei einer shopbasierten Lösung richtig. Wer digital direkt über Mollie verkauft, findet dort keine Bestellung zum Abgleichen.
Wann Meridian die richtige Wahl ist
Meridian ist für den Fall gebaut, in dem es keinen Shop gibt, der die Erlösseite liefern könnte: Verkauf über Mollie Checkout, Payment Links, Abonnements oder direkt über die API. Software, Lizenzen, digitale Produkte, Dienstleistungen.
In diesem Fall entsteht die komplette Erlösseite aus den Zahlungsdaten: Erlöskonto nach Steuersatz, OSS-Split nach dem Kartenland aus den Mollie-Daten, Rechnung nach § 14 UStG als PDF, Gutschrift bei Rückerstattung, Beleglink für DATEV. Dazu die drei Buchungsstapel und ein eigener Zugang für die Kanzlei.
Der zweite Unterschied ist das Preismodell: 99,99 € netto im Monat, unabhängig von Umsatz, Transaktionen und Anzahl der Firmen. Wer stark wächst oder mehrere Gesellschaften betreibt, rechnet das gegen eine Staffel schnell nach.
Die fünf Fragen für dein Auswahlgespräch
Unabhängig vom Anbieter kommst du mit diesen Fragen schnell zur Wahrheit:
- Auf welchem Konto landet ein Verkauf an einen französischen Privatkunden, und woher kommt der Steuersatz?
- Wer erstellt die Rechnung an meinen Endkunden, und was passiert bei einer Rückerstattung?
- Wie kommt der Beleg an die Buchung, per Beleglink oder über die Belegnummer?
- Was kostet die Lösung, wenn sich mein Transaktionsvolumen verdreifacht?
- Was genau muss meine Kanzlei tun, und bekommt sie einen eigenen Zugang?
Häufige Fragen
Warum steht Meridian in einem Vergleich, den Meridian schreibt?
Weil es unehrlich wäre, es wegzulassen. Die Angaben zu anderen Anbietern stammen aus deren öffentlichen Seiten mit Datum, und der Artikel benennt ausdrücklich die Fälle, in denen eine andere Lösung besser passt. Prüf die Angaben trotzdem selbst, bevor du entscheidest.
Gibt es weitere Anbieter?
Ja, unter anderem PayJoe, EasyPliant und die FIBU-Schnittstellen von JERA. Sie fehlen hier nicht aus Wertung, sondern weil für einen sachlichen Vergleich belastbare öffentliche Angaben zu Ansatz und Preis nötig sind. Wir ergänzen den Vergleich, sobald die vorliegen.
Kann ich mehrere Lösungen kombinieren?
Selten sinnvoll. Zwei Systeme, die beide Buchungen erzeugen, führen zu Doppelbuchungen. Was gut funktioniert, ist eine Lösung für die Erlösseite und der Bankabgleich in DATEV selbst.
Meridian erledigt all das aus deinen Mollie-Daten: 99,99 € netto im Monat, unbegrenzte Accounts, 14 Tage kostenlos.