Stripe rechnet wie fast jeder Zahlungsdienstleister netto ab: Der Kunde zahlt, Stripe behält die Gebühr ein, der Rest kommt auf dein Konto. Buchhalterisch sind das drei Vorgänge, und der häufigste Fehler besteht darin, daraus einen zu machen.
- Erlös ist immer der Bruttobetrag des Kunden, niemals der Auszahlungsbetrag.
- Die Gebühr ist eigener Aufwand: SKR04 Konto 6855, SKR03 Konto 4970.
- Stripe Payments Europe sitzt in Dublin, deshalb greift Reverse Charge nach § 13b UStG.
- Ohne hinterlegte USt-IdNr. berechnet Stripe irische Umsatzsteuer, die in Deutschland nicht abziehbar ist.
- Meridian liest ausschließlich Mollie. Für Stripe brauchst du eine andere Lösung oder Handarbeit.
Die drei Buchungssätze
Beispiel: Kunde zahlt 100,00 € brutto, Stripe behält 2,15 € ein, ausgezahlt werden 97,85 €.
| Vorgang | Soll | Haben | Betrag |
|---|---|---|---|
| Erlös mit 19 % USt | 1810 Stripe-Verrechnung | 4400 Erlöse Inland | 100,00 € |
| Stripe-Gebühr | 6855 Nebenkosten Geldverkehr | 1810 Stripe-Verrechnung | 2,15 € |
| Auszahlung | 1800 Bank | 1810 Stripe-Verrechnung | 97,85 € |
Das Verrechnungskonto ist kein Luxus. Es ist die einzige Stelle, an der du siehst, ob ein Monat vollständig gebucht ist.
Warum Reverse Charge greift
Vertragspartner für europäische Händler ist die Stripe Payments Europe, Limited mit Sitz in Dublin. Bei sonstigen Leistungen eines EU-Unternehmers an einen deutschen Unternehmer verlagert sich der Leistungsort nach § 3a Abs. 2 UStG nach Deutschland, und die Steuerschuld geht nach § 13b UStG auf dich über.
Ob die einzelnen Gebührenbestandteile darüber hinaus nach § 4 Nr. 8 UStG steuerfrei sind, hängt davon ab, was genau abgerechnet wird: reine Zahlungsabwicklung wird anders behandelt als technische Zusatzleistungen wie Betrugsprüfung oder Abo-Verwaltung. Die Rechnung, die Stripe dir stellt, sagt es dir. Kläre den passenden Schlüssel einmalig mit deiner Kanzlei und hinterlege ihn.
USt-IdNr. hinterlegen, sonst wird es teuer
Stripe rechnet nur dann ohne Umsatzsteuer ab, wenn im Konto eine gültige USt-IdNr. steht. Fehlt sie, behandelt Stripe dich als Privatperson und stellt irische Umsatzsteuer in Rechnung.
Diese Steuer bekommst du über die deutsche Voranmeldung nicht zurück. Es bliebe das Vorsteuervergütungsverfahren in Irland, mit eigenen Fristen und Mindestbeträgen. Der Aufwand lohnt fast nie, die fünf Minuten im Stripe-Dashboard schon.
Auszahlungen und der Kontoauszug
Stripe zahlt gebündelt aus, standardmäßig mit einigen Tagen Verzögerung. Der Betrag auf dem Kontoauszug entspricht deshalb nie einer einzelnen Zahlung, sondern einem Zeitraum abzüglich Gebühren, Rückerstattungen und Chargebacks.
Läuft eine Auszahlung über den Monatswechsel, brauchst du ein Geldtransitkonto, damit zum Stichtag nichts verschwindet. SKR04 1469, SKR03 1360.
Was Meridian hier leisten kann
Nichts, ehrlich gesagt. Meridian liest ausschließlich Mollie-Konten und baut daraus die Buchungsstapel. Für Stripe brauchst du eine andere Schnittstelle oder den manuellen Weg.
Nützlich ist dieser Artikel trotzdem, weil die Kontenlogik dieselbe ist: eigenes Verrechnungskonto je Anbieter, Gebühren getrennt, Erlöse nach Steuersatz. Wer das für Stripe sauber aufsetzt, hat es für jeden weiteren Anbieter schon verstanden.
Häufige Fragen
Kann ich Stripe- und Mollie-Zahlungen über ein Verrechnungskonto laufen lassen?
Technisch ja, praktisch nein. Mit zwei Anbietern auf einem Konto lässt sich der Saldo nicht mehr einem Auszahlungsrhythmus zuordnen, und die wichtigste Monatskontrolle geht verloren.
Wie buche ich Stripe-Gebühren im SKR03?
Auf Konto 4970, Nebenkosten des Geldverkehrs, mit demselben Reverse-Charge-Schlüssel wie im SKR04.
Meridian erledigt all das aus deinen Mollie-Daten: 99,99 € netto im Monat, unbegrenzte Accounts, 14 Tage kostenlos.