Stripe rechnet wie fast jeder Zahlungsdienstleister netto ab: Der Kunde zahlt, Stripe behält die Gebühr ein, der Rest kommt auf dein Konto. Buchhalterisch sind das drei Vorgänge, und der häufigste Fehler besteht darin, daraus einen zu machen.
- Erlös ist immer der Bruttobetrag des Kunden, niemals der Auszahlungsbetrag.
- Die Gebühr ist eigener Aufwand: SKR04 Konto 6855, SKR03 Konto 4970.
- Vertragspartner für deutsche Konten ist die Stripe Payments Europe, Limited in Irland. Stripe berechnet dir keine Umsatzsteuer auf die Gebühren, die Steuer meldest du nach § 13b UStG selbst in Kennzahl 46 und 47 und ziehst sie in Kennzahl 67 als Vorsteuer ab.
- Beleg ist die monatliche Steuerrechnung von Stripe, laut Stripe bis zum 10. des Folgemonats im Dashboard, als PDF und ausdrücklich keine E-Rechnung.
Die Buchungssätze
Beispiel mit erfundenen Beträgen: Kunde zahlt 100,00 € brutto, Stripe behält 2,15 € ein, ausgezahlt werden 97,85 €. Die Nummer des Stripe-Verrechnungskontos legt deine Kanzlei fest, hier steht 1810 als Beispiel.
| Vorgang | Soll | Haben | Betrag |
|---|---|---|---|
| Erlös mit 19 % USt | 1810 Stripe-Verrechnung | 4400 Erlöse Inland (8400) | 100,00 € |
| Stripe-Gebühr, BU 506 | 6855 Nebenkosten Geldverkehr (4970) | 1810 Stripe-Verrechnung | 2,15 € |
| Auszahlung angestoßen | 1460 Geldtransit (1360) | 1810 Stripe-Verrechnung | 97,85 € |
| Eingang auf der Bank | 1800 Bank (1200) | 1460 Geldtransit (1360) | 97,85 € |
Das Verrechnungskonto ist kein Luxus. Es ist die einzige Stelle, an der du siehst, ob ein Monat vollständig gebucht ist.
Warum Reverse Charge greift
Vertragspartner für Nutzer in Deutschland und im übrigen EWR ist laut Stripe Services Agreement die Stripe Payments Europe, Limited in Irland. Eine sonstige Leistung an einen Unternehmer wird nach § 3a Abs. 2 UStG dort ausgeführt, wo der Empfänger sein Unternehmen betreibt, also in Deutschland, und die Steuer dafür schuldest nach § 13b Abs. 1 UStG du.
Stripe selbst schreibt auf seiner Supportseite zur Besteuerung der Gebühren, dass es europäischen Kontoinhabern keine Umsatzsteuer auf die Gebühren berechnet, mit Ausnahme von Konten in Irland, Norwegen, der Schweiz, Liechtenstein und den Vereinigten Arabischen Emiraten. Ob du die Steuer selbst anmelden musst, überlässt Stripe ausdrücklich deiner Steuerberatung. Die verbreitete Praxis in Deutschland ist § 13b.
In der Voranmeldung 2026 steht das Nettoentgelt in Kennzahl 46, die Steuer in Kennzahl 47 und dieselbe Steuer als Vorsteuer in Kennzahl 67. In DATEV erledigt das ein Reverse-Charge-Schlüssel, Meridian setzt dafür standardmäßig 506. Für ein voll vorsteuerabzugsberechtigtes Unternehmen kostet das unterm Strich nichts, fehlen darf es trotzdem nicht.
Ob einzelne Bestandteile als Zahlungsverkehr nach § 4 Nr. 8 Buchst. d UStG steuerfrei sein könnten, hängt am Inhalt der Leistung: Befreit ist nach Abschnitt 4.8.7 Abs. 2 UStAE nur, was eine Weiterleitung von Geldern bewirkt und rechtliche und finanzielle Änderungen herbeiführt, nicht die rein technische Abwicklung. Kläre die Linie einmal mit deiner Kanzlei. Den Vergleich mit anderen Anbietern zeigt der Guide Reverse Charge bei Zahlungsdienstleistern.
Wo die Gebührenrechnung liegt
Die Gebühren eines Monats belegst du mit der monatlichen Steuerrechnung von Stripe. Laut Stripe steht sie bis zum 10. des Folgemonats im Dashboard bereit, bei den Dokumenten in den Einstellungen. Seit dem 1. Juli 2025 stellt sie die Stripe Payments Europe Limited aus Irland als PDF aus, und Stripe schreibt dazu ausdrücklich, dass es keine E-Rechnung ist.
Laut Stripe gibt es keine Steuerrechnung, solange die Angaben fehlen, die Stripe dafür im Konto braucht. Fehlt dir die Rechnung für einen Monat, prüfe deshalb zuerst die Unternehmensangaben im Stripe-Konto.
Vergleiche einmal im Monat die Summe der Gebührenrechnung mit deinem Gebührenkonto. Weicht sie ab, fehlt meist eine Gebühr, die an keiner einzelnen Zahlung hängt, etwa für einen Zusatzdienst.
Auszahlungen und der Kontoauszug
Stripe zahlt gebündelt aus. Der Betrag auf dem Kontoauszug entspricht deshalb nie einer einzelnen Zahlung, sondern einem Zeitraum abzüglich Gebühren, Rückerstattungen und Rückbelastungen.
Ist das Stripe-Konto in DATEV als Finanzkonto angelegt, läuft der Übertrag auf die Bank über das Geldtransitkonto, SKR04 1460, SKR03 1360: einmal beim Anstoßen der Auszahlung, einmal beim Eingang auf der Bank. Warum das so ist, erklärt der Guide Geldtransitkonto 1360 und 1460. Die Stripe-Berichte, mit denen du Auszahlungen abstimmst, zeigt Stripe-Auszahlungen buchen.
Was Meridian hier leisten kann
Genau die Buchungssätze oben, jeden Monat automatisch. Meridian liest dein Stripe-Konto mit einem eingeschränkten Schlüssel, der nur lesen darf, und baut daraus Erlöse mit Rechnung nach § 14 UStG, Gutschriften für Erstattungen und auf Wunsch die Geldseite mit Gebühren, Rückbelastungen und Auszahlungen.
Die Kontenlogik ist dieselbe wie bei jedem Anbieter: eigenes Verrechnungskonto, Gebühren getrennt, Erlöse nach Steuersatz und Bestimmungsland. Läuft daneben Mollie oder PayPal, bekommt jeder Anbieter sein eigenes Paket und sein eigenes Verrechnungskonto, und die Kanzlei importiert alle in denselben Mandanten. Was Meridian bei Stripe genau liest, steht auf der Seite Stripe mit DATEV verbinden.
Häufige Fragen
Berechnet Stripe deutschen Kunden Umsatzsteuer auf die Gebühren?
Nein. Laut Stripe-Support berechnet Stripe europäischen Kontoinhabern keine Umsatzsteuer auf Gebühren, ausgenommen Konten in Irland, Norwegen, der Schweiz, Liechtenstein und den Vereinigten Arabischen Emiraten. In Deutschland meldest du die Steuer üblicherweise selbst nach § 13b UStG an.
Wie buche ich Stripe-Gebühren im SKR03?
Auf Konto 4970, Nebenkosten des Geldverkehrs, mit demselben Reverse-Charge-Schlüssel wie im SKR04.
Ist die Stripe-Gebührenrechnung eine E-Rechnung?
Nein. Stripe stellt die monatliche Steuerrechnung als PDF aus und schreibt selbst, dass sie keine E-Rechnung ist. Als Beleg für die Gebühren dient sie trotzdem.
Kann ich Stripe- und Mollie-Zahlungen über ein Verrechnungskonto laufen lassen?
Technisch ja, praktisch nein. Mit zwei Anbietern auf einem Konto lässt sich der Saldo nicht mehr einem Auszahlungsrhythmus zuordnen, und die wichtigste Monatskontrolle geht verloren.
Quellen
- Stripe Support: Besteuerung der Stripe-Gebühren
- Stripe Support: Steuerrechnungen für Gebühren herunterladen
- Stripe Support: Steuerrechnungen für Gebühren ab 1. Juli 2025
- Stripe Services Agreement, Vertragspartner je Land
- § 3a UStG, Ort der sonstigen Leistung
- § 13b UStG, Leistungsempfänger als Steuerschuldner
- BMF, Vordruckmuster der Umsatzsteuer-Voranmeldung 2026
- BMF, Umsatzsteuer-Anwendungserlass, Abschnitt 4.8.7
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