Seit April 2026 bietet DATEV einen eigenen Datenservice für Zahlungsdienstleister an, und Mollie ist seit Januar 2026 DATEV-Partner. Für viele Kanzleien ist das der naheliegende Weg. Diese Seite liest die öffentlichen Angaben von DATEV und Mollie genau und zeigt, welche Hälfte der Mollie-Buchhaltung der Datenservice abdeckt und welche du anders lösen musst.
- Der DATEV Datenservice Zahlungsdienstleister übernimmt Mollie-Zahlungsdaten per Online-Anwendung und liefert Buchungsvorschläge an DATEV Rechnungswesen, laut DATEV ab 10,00 € im Monat (Stand Oktober 2026).
- Er ordnet Zahlungen bestehenden Rechnungsbuchungen und offenen Posten zu. Die Rechnungen an deine Kunden muss es also schon geben, der Datenservice erzeugt keine.
- Zu Umsatzsteuer auf Mollie-Gebühren, OSS-Aufteilung und Belegen sagen die DATEV-Seiten nichts, Fremdwährungen unterstützt er nur mit Einschränkungen.
- Eingerichtet wird er nicht im DATEV-Shop, sondern im Rechnungswesen-Programm unter Bestand, Online-Anwendungen, Zahlungsdienstleister bearbeiten.
Was ist der DATEV Datenservice für Mollie?
Der DATEV Datenservice Zahlungsdienstleister ist eine Online-Anwendung von DATEV, die Zahlungsdaten aus Mollie übernimmt, als Buchungsvorschläge aufbereitet und als Buchungssätze an die DATEV-Rechnungswesen-Programme übergibt. DATEV hat den Dienst am 7. April 2026 vorgestellt, als Erweiterung der bestehenden Anbindungen an PayPal und Amazon.
Neben Mollie nennt DATEV Amazon Pay, eBay, Klarna, Shopify und Stripe. Mollie selbst führt DATEV als Partner seit Januar 2026. Der Preis steht auf der Produktseite mit ab 10,00 € im Monat; ob sich das auf einen Zahlungsdienstleister, ein Konto oder einen Mandanten bezieht, sagt die Seite nicht. Frag das vor der Einrichtung bei DATEV oder deiner Kanzlei nach.
Wie wird der Datenservice eingerichtet?
Eingerichtet wird der Datenservice im DATEV-Rechnungswesen-Programm unter Bestand, Online-Anwendungen, Zahlungsdienstleister bearbeiten, nicht über eine Bestellung im DATEV-Shop. DATEV verweist für die einzelnen Schritte auf zwei Hilfe-Dokumente: Konto für Zahlungsdienstleister einrichten (Dok.-Nr. 1039941) und Konto für Zahlungsdienstleister berechtigen (Dok.-Nr. 1039904).
Als Zielgruppe nennt DATEV Kanzleien und selbstbuchende Mandanten. Praktisch heißt das: Bucht deine Kanzlei für dich, richtet sie den Dienst ein und du gibst den Zugriff auf dein Mollie-Konto frei. Buchst du selbst mit DATEV Rechnungswesen, machst du beides. Ohne DATEV-Rechnungswesen-Programm gibt es keinen Ort, an dem die Buchungssätze ankommen.
Kläre vorab, wer die Online-Anwendung pflegt. Die Buchungsvorschläge wollen gesichtet werden, und das ist Arbeit in der Kanzlei, nicht beim Mandanten.
Was bucht der Datenservice für Mollie?
Der Datenservice bucht die Geldseite deines Mollie-Kontos: Zahlungseingänge und Bewegungen des Guthabens, zugeordnet zu den Rechnungen, die schon in der Buchhaltung stehen. Die Leistungsbeschreibung von DATEV, wörtlich gelesen und übersetzt in die Praxis:
| Angabe von DATEV | Was das praktisch heißt |
|---|---|
| Automatisierte Übernahme und Aufbereitung von Zahlungsdaten | Mollie-Daten kommen ohne CSV-Export in eine Online-Anwendung |
| Sichtung und Bearbeitung von Buchungsvorschlägen | jemand prüft die Vorschläge, bevor sie gebucht werden |
| Automatische Zuordnung zu Rechnungsbuchungen | es braucht vorhandene Rechnungsbuchungen oder offene Posten |
| Regelbasierte Automatisierung | wiederkehrende Fälle lassen sich mit Regeln vorbelegen |
| Abstimmung der FIBU-Konten über das Feld Abrechnungsreferenz | Auszahlungen lassen sich gegen den Bankeingang abstimmen |
| Fremdwährungstransaktionen mit Einschränkungen | Zahlungen in Pfund oder Franken gesondert prüfen |
Was der Datenservice nicht abdeckt
Der Datenservice erstellt keine Rechnungen. Er setzt voraus, dass die Erlösseite schon existiert, denn er ordnet Zahlungen bestehenden Rechnungsbuchungen zu. Wer direkt über Mollie Checkout, Payment Links oder die API verkauft und keine eigene Rechnungssoftware hat, hat diese Rechnungsbuchungen nicht.
Zu drei Themen, die im Mollie-Alltag Arbeit machen, sagen die DATEV-Seiten nichts: zur Umsatzsteuer auf Mollie-Gebühren, zur Aufteilung von EU-Umsätzen nach Bestimmungsland für den OSS und zu Belegen an der Buchung. Das heißt nicht, dass der Dienst das falsch macht, sondern dass du es in den Buchungsvorschlägen prüfen musst. Mollie selbst schreibt zu Gebühren für Deutschland, dass die Umsatzsteuer im Reverse-Charge-Verfahren abgerechnet wird; der Beleg dafür ist die monatliche Mollie-Rechnung, nicht die Zahlungsliste.
Außerdem gilt der Haftungshinweis von DATEV: DATEV prüft nicht, ob die Daten im Herstellerprodukt fachlich korrekt übergeben werden, und garantiert nicht, dass der Funktionsumfang deinen Anforderungen entspricht. Für die fachliche Richtigkeit bleibt die Kanzlei zuständig.
- PayPal über Mollie: Diese Zahlungen landen laut Mollie auf deinem PayPal-Guthaben, nicht im Mollie-Guthaben. Sie gehören in die PayPal-Buchhaltung.
- Monatliche Mollie-Rechnung: Rundungsausgleich und Gebühren ohne Bezug zu einer Zahlung stehen nur dort.
- Rückerstattungen mit Steuerkorrektur nach § 17 UStG brauchen ein Korrekturdokument an den Kunden, das kein Zahlungsimport erzeugt.
Datenservice oder DATEV-Export aus dem Mollie-Dashboard?
Der DATEV-Export im Mollie-Dashboard ist kostenlos, aber deutlich schmaler als der Datenservice: Er ist laut Mollie nur für den Saldenbericht verfügbar (Berichte, Saldenbericht, Export, DATEV), arbeitet mit einem Sammeldebitor und einem Zwischenkonto und benötigt nach Mollies eigenem Hinweis weitere Datenquellen, um die Buchhaltung zu vervollständigen.
| Mollie-Dashboard, DATEV-Export | DATEV Datenservice | Meridian | |
|---|---|---|---|
| Kosten | kostenlos | ab 10,00 € im Monat | 99,99 € im Monat, alle Anbieter |
| Datenweg | Datei aus dem Saldenbericht | Online-Anwendung in DATEV | Organisations-Token, EXTF-Dateien |
| Kontierung | SKR04, Debitor 69999, Zwischenkonten 1300 und 1460, Gebühren 6850 | Buchungsvorschläge mit Regeln | Erlöse nach Steuerfall, Mollie-Konto 1465, Gebühren 6855 mit BU 506 |
| Rechnungen an Kunden | nein | nein, ordnet vorhandene zu | ja, je Zahlung als PDF |
| OSS nach Land | nein | nicht ausgewiesen | ja, BU 240 mit Land und Satz |
| Belege an der Buchung | nein | nicht ausgewiesen | Beleglink und document.xml |
Datenservice und Rechnungen aus einem anderen System kombinieren
Am besten passt der Datenservice, wenn die Rechnungen ohnehin aus einem anderen Programm kommen und in DATEV gebucht sind, etwa aus einer Warenwirtschaft oder einem Rechnungstool. Dann fehlt wirklich nur der Abgleich der Zahlungen, und genau den liefert er.
Wer Meridian für die Erlöse und den Datenservice für die Geldseite nutzen will, darf nur einen der beiden Wege die Zahlungen buchen lassen. Das Meridian-Paket für Mollie enthält immer drei Stapel: Erlöse, Zahlungen mit Gebühren und Auszahlungen. Bucht der Datenservice die Geldseite, importiert die Kanzlei nur den Erlösstapel. Ob die automatische Zuordnung des Datenservice die Rechnungsnummern aus Belegfeld 1 des Meridian-Stapels trifft, haben wir nicht geprüft. Teste es mit einem Monat, bevor du es zur Routine machst.
Automatisch mit Meridian
Meridian deckt beide Hälften ab und braucht keine Rechnungen aus einem anderen System: Aus jeder bezahlten Mollie-Zahlung entsteht eine Rechnung nach § 14 UStG, aus jeder Erstattung eine Korrektur per Generalumkehr, und die Gebühr wird je Zahlung aus den Guthabenbewegungen gelesen. Die Mollie-Rechnungen des Monats legt Meridian dem Paket bei, wenn der Token sie lesen darf. Was die Mollie-Anbindung im Einzelnen bucht, steht auf der Seite Mollie DATEV Schnittstelle.
Der Datenservice ist günstiger und bleibt im DATEV-Ökosystem. Wenn deine Erlösseite schon sauber aus einem anderen System kommt, ist er die schlankere Wahl, und das sagen wir auch so.
Häufige Fragen
Was kostet der DATEV Datenservice für Mollie?
Laut DATEV-Produktseite ab 10,00 € im Monat, monatlich abgerechnet (Stand Oktober 2026). Worauf sich der Preis bezieht, nennt die Seite nicht. Dazu kommt die Zeit in der Kanzlei für die Sichtung der Buchungsvorschläge.
Kann ich den Datenservice ohne Steuerberater nutzen?
DATEV nennt Kanzleien und selbstbuchende Mandanten als Zielgruppe. Du brauchst dafür ein DATEV-Rechnungswesen-Programm, denn dort wird der Dienst eingerichtet und dort kommen die Buchungssätze an.
Erstellt der DATEV Datenservice Rechnungen zu Mollie-Zahlungen?
Nein. Er ordnet Zahlungen vorhandenen Rechnungsbuchungen und offenen Posten zu. Die Rechnungen an deine Kunden brauchst du aus einem anderen System.
Bucht der Datenservice die Mollie-Gebühren mit Reverse Charge?
Die DATEV-Seiten sagen dazu nichts. Mollie rechnet die Gebühren deutscher Unternehmer im Reverse-Charge-Verfahren ab. Prüfe deshalb in den Buchungsvorschlägen, ob die Gebühren mit dem passenden Steuerschlüssel stehen, und gleiche die Summe mit der monatlichen Mollie-Rechnung ab.
Quellen
- DATEV Marktplatz: DATEV Datenservice Zahlungsdienstleister für Mollie
- DATEV-Shop: DATEV Datenservice Zahlungsdienstleister, Art.-Nr. 20499
- DATEV Pressemitteilung vom 7. April 2026: Zahlungsströme einfach in die Buchführung bringen
- DATEV: Datenservice Zahlungsdienstleister einrichten
- Mollie Hilfe: DATEV-Export des Saldenberichts
- Mollie Hilfe: Umsatzsteuer auf Mollie-Gebühren nach Land
- Mollie Hilfe: PayPal über Mollie
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