Stripe Billing und Stripe Invoicing erstellen Rechnungen mit Nummer, Steuerausweis und PDF. Ob sie den Anforderungen von § 14 UStG genügen, hängt allerdings von deinen Einstellungen ab, und Stripe sagt selbst, dass du das prüfen musst. Diese Seite geht die Pflichtangaben durch, zeigt die nötigen Einstellungen und erklärt, wofür Stripe Tax beim OSS taugt.
- Stripe Invoicing kann alle Pflichtangaben nach § 14 Abs. 4 UStG abbilden, aber nicht von selbst: Firmendaten, Steuernummer, Nummernkreis und Hinweise musst du einstellen, und laut Stripe bist du dafür verantwortlich.
- Für die EU empfiehlt Stripe einen kontoweiten Nummernkreis statt Nummern je Kunde; Präfix und Startnummer legst du in den Rechnungseinstellungen fest.
- E-Rechnungen im Sinne der deutschen Pflicht erzeugt Stripe nicht selbst, sondern verweist auf Partner wie Billit.
- Stripe Tax berechnet die Steuer je Land und überwacht die EU-Schwelle von 10.000 €, die OSS-Meldung beim BZSt gibst du aber selbst oder über deine Kanzlei ab.
Sind Rechnungen aus Stripe § 14 UStG konform?
Sie können es sein, wenn du Stripe richtig einstellst, und die Verantwortung dafür liegt bei dir: Stripe schreibt in der Dokumentation, dass du prüfen musst, ob deine Rechnungen den lokalen Steueranforderungen entsprechen. Stripe bietet dafür die Bausteine: Firmenanschrift, Steuer-IDs, bis zu vier eigene Felder, eine Fußzeile für Pflichttexte und einen Nummernkreis mit Präfix.
Gemeint sind hier Rechnungen aus Stripe Billing und Stripe Invoicing. Zahlungen über Stripe Checkout oder Payment Links ohne Billing erzeugen keine Rechnung im Sinne des § 14; dafür brauchst du ein eigenes System.
Die Pflichtangaben und wo du sie in Stripe einstellst
Die Tabelle ordnet die Pflichtangaben nach § 14 Abs. 4 UStG den Stellen zu, an denen Stripe sie laut Dokumentation abbildet. Was in deinem Konto tatsächlich auf dem PDF steht, prüfst du am besten an einer Testrechnung.
| Pflichtangabe | In Stripe | Achte auf |
|---|---|---|
| Name und Anschrift von dir und deinem Kunden | Firmendaten im Konto, Kundenobjekt | Kundenadresse muss im Kundenobjekt stehen |
| Deine Steuernummer oder USt-IdNr. | Steuer-IDs unter Einstellungen, Billing, Rechnungen | einmal hinterlegen |
| Ausstellungsdatum | automatisch | keins |
| Fortlaufende, einmalige Nummer | Nummernkreis mit Präfix | kontoweit statt je Kunde einstellen |
| Menge und Art der Leistung | Rechnungspositionen | aussagekräftige Produktnamen |
| Zeitpunkt der Leistung | eigenes Feld oder Positionstext | an einer Testrechnung prüfen, ob Datum oder Zeitraum erscheint |
| Entgelt nach Steuersätzen, Steuersatz, Steuerbetrag | Steuersätze oder Stripe Tax | jede Position mit Steuersatz |
| USt-IdNr. des Kunden und Hinweis bei Reverse Charge | Steuer-ID am Kunden, Fußzeile | Steuerschuldnerschaft des Leistungsempfängers |
Nummernkreis: kontoweit statt je Kunde
Stripe bietet zwei Nummernschemata an, fortlaufend je Kunde oder fortlaufend für das ganze Konto, und schreibt selbst, dass EU-Länder und das Vereinigte Königreich in der Regel den kontoweiten Nummernkreis verlangen. Das Präfix besteht aus einem bis zwölf Großbuchstaben oder Ziffern, die Startnummer wählst du.
Nach deutschem Recht muss die Nummer einmalig sein, eine lückenlose Folge ist nach Abschnitt 14.5 Abs. 10 UStAE nicht zwingend. Wichtiger ist, dass jede Zahlung nur eine Rechnung bekommt. Erstellst du Rechnungen in Stripe und zusätzlich in einem anderen System, schuldest du ausgewiesene Steuer nach § 14c UStG unter Umständen doppelt.
Korrekturen: Credit Notes in Stripe
Erstattungen und Preisnachlässe bildest du in Stripe mit einer Credit Note ab, die den Betrag einer offenen oder bezahlten Rechnung mindert, ohne sie zu stornieren. Für die Umsatzsteuer ist das eine Berichtigung nach § 17 UStG im Monat der Änderung. Umsatzsteuerlich ist sie keine Gutschrift im Sinne von § 14 Abs. 2 UStG; die Stornierung oder Korrektur einer Rechnung ist nach Abschnitt 14.3 Abs. 1 UStAE keine Gutschrift.
E-Rechnung: was Stripe kann und was nicht
Stripe Invoicing erzeugt laut eigener Dokumentation keine rechtskonformen E-Rechnungsdateien und übermittelt keine; dafür nennt Stripe als bevorzugten Partner Billit. Ein natives XRechnung- oder ZUGFeRD-Format findet sich in der Stripe-Dokumentation nicht.
Für Rechnungen an Unternehmen im Inland ist das relevant, weil die Übergangsregeln für das Ausstellen von E-Rechnungen spätestens Ende 2027 auslaufen. Das BMF hat am 15. Oktober 2026 klargestellt, dass ein fehlendes E-Rechnungsformat im Massengeschäft nicht beanstandet wird, wenn du nicht wusstest und nicht erkennen konntest, dass dein Kunde ein Unternehmen ist. An Privatkunden und an Unternehmen im Ausland bleibt das PDF zulässig.
Stripe Tax und OSS
Stripe Tax berechnet die Umsatzsteuer je Land, überwacht laut Stripe die EU-weite Schwelle von 10.000 € und lässt dich eine OSS-Registrierung unter Standorte hinterlegen. Es kostet laut Preisliste 0,5 % je Transaktion ohne Code oder 0,45 € über die API (Stand Oktober 2026).
Die automatische Abgabe, die Stripe nennt, betrifft das Nicht-EU-Verfahren in Irland für berechtigte Unternehmen. Als deutscher Unternehmer gibst du die OSS-Meldung beim Bundeszentralamt für Steuern selbst oder über deine Kanzlei ab. Für Meldungen arbeitet Stripe mit Partnern wie Taxually, Marosa und Hands-off Sales Tax. Die Zahlen dafür liefern die zusammengefassten Steuerexporte; im detaillierten OSS-Export stehen auch Inlandsumsätze, die du herausfiltern musst.
Wo Meridian passt und wo nicht
Meridian ist für den Fall gebaut, dass du über Stripe Checkout, Payment Links oder die API verkaufst und Stripe keine Rechnungen schreibt. Dann erstellt Meridian zu jeder erfolgreichen Zahlung eine Rechnung als PDF mit eigener Nummer aus Präfix, Jahr und einer aus der Zahlung abgeleiteten Kennung, mit Ortsnachweis und Steuerhinweis je Fall, und zu jeder Erstattung eine Gutschrift. Die PDFs sind keine E-Rechnungen im strukturierten Format.
Nutzt du Stripe Billing schon für Rechnungen, passt Meridian heute nicht: Es erkennt Billing-Rechnungen nicht und würde zu derselben Zahlung eine zweite Rechnung erstellen. Das sagen wir lieber vorher. Mehr zur Anbindung: Stripe DATEV Schnittstelle.
Häufige Fragen
Erstellt Stripe automatisch § 14-konforme Rechnungen?
Nur wenn du Stripe Billing oder Invoicing nutzt und richtig einstellst. Stripe stellt die Felder bereit, schreibt aber ausdrücklich, dass du für die Einhaltung der lokalen Steueranforderungen verantwortlich bist.
Welches Nummernschema soll ich in Stripe wählen?
Das kontoweite. Stripe selbst schreibt, dass EU-Länder in der Regel eine fortlaufende Nummerierung über das ganze Konto verlangen, nicht je Kunde.
Kann Stripe XRechnung oder ZUGFeRD erzeugen?
Nicht selbst. Stripe Invoicing erzeugt laut Dokumentation keine rechtskonformen E-Rechnungsdateien und verweist auf Partner wie Billit.
Gibt Stripe Tax meine OSS-Meldung ab?
Für deutsche Unternehmer nicht. Die automatische Abgabe betrifft das Nicht-EU-Verfahren in Irland. Die OSS-Meldung beim BZSt gibst du selbst oder über deine Kanzlei ab, mit den Zahlen aus den Steuerexporten.
Quellen
- Stripe Docs: Rechnungen anpassen
- Stripe Docs: E-Invoicing
- Stripe Docs: Credit Notes
- Stripe Docs: Stripe Tax in der Europäischen Union
- Stripe Docs: Steuerberichte von Stripe Tax
- Stripe Preise Deutschland
- § 14 UStG: Ausstellung von Rechnungen
- § 14c UStG: Unrichtiger oder unberechtigter Steuerausweis
- BMF: Umsatzsteuer-Anwendungserlass, Stand 2. Juni 2026 (Abschnitte 14.3 und 14.5)
- BMF-Schreiben vom 15. Oktober 2026: obligatorische E-Rechnung, ergänzende Regelungen
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