Die Gebührenübersicht von Amazon Pay nennt keine Monatsgebühr, aber vier verschiedene Gebühren je Zahlung, die im Abrechnungsbericht in zwei Spalten landen. Dazu kommt eine Frage, die viele Kanzleien je Anbieter neu klären: Steht auf den Gebühren Umsatzsteuer, ist die Leistung steuerfrei, oder schuldest du die Steuer nach § 13b selbst? Dieser Guide sammelt, was Amazon selbst dazu veröffentlicht, und zeigt die Buchung.
- Laut Gebührenübersicht für Händlerkonten in Deutschland berechnet Amazon Pay 1,9 % Bearbeitungsgebühr plus 0,35 € Autorisierungsgebühr je Zahlung, solange das monatliche Zahlungsvolumen unter 50.000 € liegt; darüber gibt es Rabatte auf Anfrage (Stand Oktober 2026).
- Für Zahlungsmittel, die außerhalb des EWR, des Vereinigten Königreichs und der Schweiz ausgegeben wurden, kommt ein Zuschlag von 2 % bis 3,3 % hinzu; eine Währungsumrechnung kostet 0,5 % über dem Großhandelskurs und steckt im Kurs, nicht in einer eigenen Gebührenzeile.
- Vertragspartner ist die Amazon Payments Europe S.C.A. in Luxemburg, ein E-Geld-Institut. Sie schreibt, dass sie für die Amazon Payments Dienstleistungen keine Umsatzsteuer berechnet, nennt dafür aber keinen Grund.
- Ob die Gebühren steuerfrei nach § 4 Nr. 8 UStG sind oder als Leistung aus dem EU-Ausland unter § 13b Abs. 1 UStG fallen, legst du mit deiner Kanzlei fest. Mit § 13b gehören sie in Kennzahl 46 und 47 der Voranmeldung, die Vorsteuer in Kennzahl 67.
Was kostet Amazon Pay in Deutschland?
Die Tabelle gibt die Gebührenübersicht für Amazon-Payments-Händlerkonten in Deutschland wieder. Bearbeitungsgebühr und grenzüberschreitende Gebühr berechnet Amazon je Erfassung (Capture) auf den Transaktionsbetrag, also auf den Bruttopreis einschließlich Umsatzsteuer und Versand abzüglich Rabatten. Die Autorisierungsgebühr fällt je Autorisierung an, laut Amazon auch dann, wenn eine erfolgreiche Autorisierung abläuft, ohne dass du die Zahlung einziehst.
| Gebühr | Höhe | Wann | Erstattet bei Rückerstattung |
|---|---|---|---|
| Bearbeitungsgebühr | 1,9 % bei unter 50.000 € Monatsvolumen, darüber Rabatt auf Anfrage | je Capture | ja, zum ursprünglichen Prozentsatz |
| Autorisierungsgebühr | 0,35 € | je Autorisierung, auch bei Ablauf ohne Capture | nein |
| Gebühr für Monatsabrechnung | 2,45 % statt der Bearbeitungsgebühr, plus 0,35 € | nur wenn du die Zahlart Monatsabrechnung anbietest | in der Übersicht nicht gesondert geregelt |
| Grenzüberschreitende Gebühr | 0 % im EWR, mit Vereinigtem Königreich und Schweiz; 2 % Kanada, USA, Kanalinseln, Isle of Man, Montenegro; 3 % u. a. Türkei, Serbien, Ukraine; 3,3 % übrige Welt | je Capture, nach Ausgabeland des Zahlungsmittels | ja |
| Währungsumrechnung | 0,5 % über dem Großhandelskurs | im Wechselkurs enthalten | Erstattungen laufen zum Kurs der ursprünglichen Belastung |
| Gebühr für Rückbuchungsstreitigkeiten | 20 € ohne Umsatzsteuer; wer in der EU nicht umsatzsteuerlich registriert ist, zahlt die Umsatzsteuer darauf zusätzlich | je angefochtener Rückbuchung außerhalb der Zahlungsschutzrichtlinie | nein |
Die Bearbeitungsgebühr teilt Amazon in eine Abwicklungsgebühr und eine Händlergebühr auf, im Beispiel für Deutschland 0,2 % und 1,7 %. Für die Buchung ändert das nichts: Laut Glossar steht die Bearbeitungsgebühr als Ganzes in der Spalte TransactionPercentageFee.
Beispielrechnung aus der Amazon-Hilfe
Amazon rechnet selbst ein Beispiel vor: Bei einem Kauf über 10 € fallen 0,02 € Abwicklungsgebühr, 0,17 € Händlergebühr und 0,35 € Autorisierungsgebühr an, zusammen 0,54 €. Bei kleinen Beträgen macht die feste Autorisierungsgebühr also den größeren Teil aus, und sie ist die Gebühr, die Amazon bei einer Erstattung nicht zurückgibt.
Wer berechnet die Gebühr?
Vertragspartner für Händlerkonten in Deutschland ist laut Nutzungsvereinbarung die Amazon Payments Europe s.c.a., 38 avenue J.F. Kennedy, L-1855 Luxemburg, eingetragen im Handels- und Gesellschaftsregister Luxemburg unter B153265 und von der Commission de Surveillance du Secteur Financier als E-Geld-Institut zugelassen (Lizenz 36/10). Gebühren verrechnet sie laut Ziffer 5.2 bei der Abwicklung einer Transaktion direkt mit den eingezogenen Geldern und deinem Guthaben, du überweist also nichts.
Zur Umsatzsteuer schreibt Amazon auf der Seite zur Umsatzsteuervereinbarung wörtlich, dass Amazon Payments Europe keine Umsatzsteuer für die Amazon Payments Dienstleistungen berechnet. Andere Dienstleistungen von Amazon könnten je nach Umständen steuerpflichtig sein. Eine Begründung, etwa eine Steuerbefreiung oder einen Hinweis auf Reverse Charge, nennt die Seite nicht.
Steuerfrei oder Reverse Charge: wie du die Gebühr behandelst
Weil Amazon keine Umsatzsteuer ausweist, bleibt die Einordnung bei dir. Zwei Wege kommen in Betracht, und welcher gilt, legst du einmal mit deiner Kanzlei fest:
| Einordnung | Grundlage | Folge in der Voranmeldung 2026 | Buchung |
|---|---|---|---|
| Umsatz im Zahlungs- und Überweisungsverkehr, steuerfrei | § 4 Nr. 8 Buchst. d UStG | keine Kennzahl | 6855 (4970) ohne Steuerschlüssel |
| steuerpflichtige sonstige Leistung eines Unternehmers aus dem EU-Ausland | § 3a Abs. 2 und § 13b Abs. 1 UStG | Kz 46 Bemessungsgrundlage, Kz 47 Steuer, Kz 67 Vorsteuer | 6855 (4970) mit dem Reverse-Charge-Schlüssel deiner Kanzlei |
Zwei Hinweise von Amazon selbst: Die Gebühr für Rückbuchungsstreitigkeiten nennt die Gebührenübersicht ausdrücklich ohne Umsatzsteuer, und Händlern ohne Umsatzsteuerregistrierung in der EU berechnet Amazon die Umsatzsteuer darauf zusätzlich. Diese Gebühr behandelt Amazon also anders als die übrigen; klär mit deiner Kanzlei, ob ihr sie getrennt einordnet. Außerdem darf Amazon laut Umsatzsteuervereinbarung nicht berechnete Umsatzsteuer nachfordern, wenn die hinterlegte USt-IdNr. ungültig ist. Hinterlege deine gültige USt-IdNr. deshalb in Seller Central.
Welcher Beleg gilt für die Gebühren?
Beleg für die Gebühren je Zahlung ist der Abrechnungsbericht: Er weist zu jeder Zeile die prozentuale Gebühr in TransactionPercentageFee und die feste Gebühr in TransactionFixedFee aus, die Summe in TotalTransactionFee. Laut Glossar fasst die Abrechnungsansicht Bearbeitungsgebühren, grenzüberschreitende Gebühren, Autorisierungsgebühren und Rückbuchungsgebühren unter Ausgaben zusammen.
Amazon erwähnt in der Hilfe zusätzlich eine Gebührenrechnung, die nur Transaktionen enthält, deren Verarbeitung abgeschlossen ist, und deshalb eine andere Anzahl Zeilen haben kann als der Abrechnungsbericht. Prüf in Seller Central, ob sie für dein Konto bereitsteht, und leg sie dann zu den Belegen. Gebühren für abgelaufene oder stornierte Autorisierungen fasst das Glossar unter Sonstige Gebühren zusammen; auch sie sind Aufwand auf dem Gebührenkonto.
So buchst du Amazon-Pay-Gebühren
Jede Gebühr wird getrennt vom Umsatz gebucht: Gebührenkonto an Amazon-Pay-Verrechnung, mit dem Steuerschlüssel, den ihr festgelegt habt. Gibt Amazon bei einer Erstattung die Bearbeitungsgebühr zurück, buchst du umgekehrt Verrechnung an Gebührenkonto. Was bei Erstattungen und Rückbuchungen sonst passiert, steht im Guide Amazon Pay Rückerstattung und A-bis-z-Antrag buchen.
| Vorgang | Soll | Haben |
|---|---|---|
| Bearbeitungs- und Autorisierungsgebühr einbehalten | 6855 (4970) | Amazon-Pay-Verrechnung |
| Bearbeitungsgebühr bei Erstattung zurück | Amazon-Pay-Verrechnung | 6855 (4970) |
| Gebühr für Rückbuchungsstreitigkeit | 6855 (4970) | Amazon-Pay-Verrechnung |
Automatisch mit Meridian
Amazon Pay ist in Meridian noch Beta: Den Zugang fragst du nach der Anmeldung an, wir schalten ihn für dein Konto frei. Direkt verbinden kannst du heute Mollie, Stripe, PayPal und CoinGate.
Meridian liest die Gebühren aus jeder Zeile des Abrechnungsberichts und bucht sie als eigene Zeile auf dein Gebührenkonto, getrennt vom Zahlungseingang. Gebühren, die Amazon bei einer Erstattung zurückgibt, bucht Meridian auf demselben Konto zurück. Als Steuerschlüssel nimmt Meridian den Gebührenschlüssel deiner Firma, voreingestellt 506, oder einen eigenen Schlüssel, den du in den Einstellungen von Amazon Pay einträgst.
Eine Grenze nennen wir offen: Einen Amazon-Pay-Stapel ganz ohne Gebührenschlüssel, während andere Anbieter 506 behalten, sieht die Einstellung heute nicht vor. Behandelt deine Kanzlei die Amazon-Pay-Gebühren als steuerfrei, klärt das vor dem ersten Export. Mehr auf der Seite Amazon Pay DATEV Schnittstelle.
Häufige Fragen
Was kostet Amazon Pay für Händler in Deutschland?
Laut Gebührenübersicht 1,9 % Bearbeitungsgebühr plus 0,35 € Autorisierungsgebühr je Zahlung bei einem Monatsvolumen unter 50.000 €, dazu ein Zuschlag für Zahlungsmittel von außerhalb des EWR, des Vereinigten Königreichs und der Schweiz. Eine Monatsgebühr nennt die Übersicht nicht (Stand Oktober 2026).
Stellt Amazon Pay Umsatzsteuer auf die Gebühren in Rechnung?
Nein. Amazon Payments Europe schreibt, dass sie für die Amazon Payments Dienstleistungen keine Umsatzsteuer berechnet. Ob die Gebühren dann steuerfrei oder nach § 13b UStG von dir zu versteuern sind, legst du mit deiner Kanzlei fest.
Bekomme ich die Gebühr zurück, wenn ich erstatte?
Teilweise. Amazon erstattet die Bearbeitungsgebühr und, falls angefallen, die grenzüberschreitende Gebühr. Die Autorisierungsgebühr von 0,35 € und die Gebühr für Rückbuchungsstreitigkeiten erstattet Amazon nicht.
Welches Konto nehme ich für Amazon-Pay-Gebühren?
Üblich ist 6855 Nebenkosten des Geldverkehrs im SKR04, im SKR03 4970. Die Steuerbehandlung wird über den Steuerschlüssel abgebildet, nicht über ein anderes Konto.
Quellen
- Amazon Pay Hilfe: Länderspezifische Gebührenübersicht (Deutschland)
- Amazon Pay Hilfe: Händlergebühr und Abwicklungsgebühr
- Amazon Pay Hilfe: Amazon Payments Europe Umsatzsteuervereinbarung
- Amazon Payments Europe Nutzungsvereinbarung, Händlerkonten, Ziffer 1.3 und 5
- Amazon Pay Hilfe: Abrechnungsberichte
- Amazon Pay Hilfe: Glossar für Amazon Pay-Berichte
- § 3a UStG: Ort der sonstigen Leistung
- § 4 UStG: Steuerbefreiungen, Nr. 8
- § 13b UStG: Leistungsempfänger als Steuerschuldner
- BMF: Vordruckmuster Umsatzsteuer-Voranmeldung 2026
Die Anbindung an Amazon Pay läuft in Meridian als Beta. Den Zugang fragst du nach der Anmeldung an, wir schalten ihn für dein Konto frei. Danach bucht Meridian Amazon Pay automatisch in DATEV: 99,99 € netto im Monat, 14 Tage kostenlos.