Bei Amazon Pay kann Geld auf drei Wegen zurück an den Kunden gehen: Du erstattest selbst, Amazon entscheidet einen A-bis-z-Garantieantrag gegen dich, oder die Bank des Kunden bucht zurück. Im Abrechnungsbericht sehen alle drei ähnlich aus, sie unterscheiden sich aber in Frist, Gebühr und darin, ob du dich wehren kannst. Für die Umsatzsteuer ist am Ende entscheidend, ob das Entgelt endgültig zurückgeht.
- Amazon Pay kennt drei Rückflüsse: die Erstattung durch dich (TransactionType Refund), den A-bis-z-Garantieantrag des Kunden bei Amazon (A-to-z Guarantee Claim) und die Rückbuchung über die Bank des Kunden (Chargeback).
- Bei einer Erstattung gibt Amazon die Bearbeitungsgebühr und eine grenzüberschreitende Gebühr zurück, die Autorisierungsgebühr von 0,35 € nicht. Erstatten kannst du höchstens 15 % oder 75 € mehr als eingezogen, je nachdem, was kleiner ist, und höchstens zehnmal je Zahlung.
- Auf einen A-bis-z-Antrag antwortest du laut Hilfe innerhalb von 7 Werktagen, auf eine Rückbuchung innerhalb von 11 Kalendertagen. Wer eine Rückbuchung außerhalb der Zahlungsschutzrichtlinie anficht, zahlt 20 € Gebühr, unabhängig vom Ausgang.
- Geht das Entgelt endgültig zurück, berichtigst du die Umsatzsteuer nach § 17 UStG in dem Monat, in dem es zurückgeht, zum Satz des ursprünglichen Verkaufs, mit einer Gutschrift, die auf die ursprüngliche Rechnung verweist.
Erstattung, A-bis-z-Antrag, Rückbuchung: der Unterschied
Die drei Fälle laufen über verschiedene Stellen und haben verschiedene Regeln. Die Tabelle fasst zusammen, was Amazon dazu in Hilfe, Gebührenübersicht und Nutzungsvereinbarung schreibt.
| Erstattung | A-bis-z-Garantieantrag | Rückbuchung | |
|---|---|---|---|
| Wer löst aus | du, in Seller Central oder per API | der Kunde bei Amazon | der Kunde bei seiner Bank oder seinem Kartenunternehmen |
| Zeile im Abrechnungsbericht | Refund | A-to-z Guarantee Claim | Chargeback |
| Deine Frist | in der Hilfe keine genannt | 7 Werktage laut Hilfe, 7 Kalendertage laut Ziffer 3.5.2 der Nutzungsvereinbarung | 11 Kalendertage ab der Benachrichtigung |
| Gebühr | in der Gebührenübersicht keine eigene | keine eigene Gebühr genannt | 20 € je angefochtener Rückbuchung, wenn die Zahlungsschutzrichtlinie nicht greift |
| Bearbeitungsgebühr zurück | ja | laut Entwicklerdokumentation ja | laut Entwicklerdokumentation ja |
Die Fristen für A-bis-z-Anträge widersprechen sich: Die Hilfeseite nennt 7 Werktage, die Nutzungsvereinbarung in Ziffer 3.5 sieben Geschäftstage und in Ziffer 3.5.2 sieben Kalendertage. Rechne mit der kürzesten Frist, also 7 Kalendertagen.
Eine Erstattung auslösen und was Amazon dabei abzieht
Du erstattest über die Seite Transaktionen verwalten in Seller Central (Bestellungen, Transaktionen verwalten, Aktion Erstattung) oder über die Erstattungs-API. Möglich sind volle und teilweise Erstattungen. Je Zahlung erlaubt Amazon höchstens zehn Erstattungen, und insgesamt höchstens 15 % oder 75 € mehr als den eingezogenen Betrag, je nachdem, was kleiner ist. Bis das Geld beim Kunden ist, können laut Amazon je nach Zahlungsart bis zu 9 Werktage vergehen.
Bei der Erstattung gibt Amazon die Bearbeitungsgebühr zum ursprünglichen Prozentsatz zurück, dazu eine grenzüberschreitende Gebühr, falls sie angefallen war. Die Autorisierungsgebühr behält Amazon. Bei einer Erstattung über 119,00 € auf eine Zahlung, die 2,61 € Gebühren gekostet hat, bekommst du also die rund 2,26 € Bearbeitungsgebühr zurück, die 0,35 € bleiben Aufwand.
Erstattung buchen
Die Erstattung mindert das Entgelt. Nach § 17 Abs. 1 UStG berichtigst du die Umsatzsteuer für den Besteuerungszeitraum, in dem sich die Bemessungsgrundlage ändert, also im Monat der Erstattung, nicht rückwirkend im Monat des Verkaufs. Beleg ist eine Gutschrift, die auf die ursprüngliche Rechnung verweist.
| Vorgang | Soll SKR04 (SKR03) | Haben SKR04 (SKR03) | Betrag |
|---|---|---|---|
| Gutschrift an den Kunden, 19 % | 4400 (8400) | Debitor | 119,00 € |
| Refund im Abrechnungsbericht | Debitor | Amazon-Pay-Verrechnung | 119,00 € |
| Bearbeitungsgebühr zurück | Amazon-Pay-Verrechnung | 6855 (4970) | 2,26 € |
Mit Generalumkehr gebucht bleibt das Erlöskonto sauber und die Umsatzsteuer wird im richtigen Monat korrigiert. Die Rechnung selbst wird nicht storniert oder geändert.
A-bis-z-Garantieanträge
Mit der A-bis-z-Garantie können Kunden sich bei Amazon beschweren, laut Amazon wegen verspäteter Lieferung, des Zustands der Ware, Nichterhalt oder einer fehlenden Erstattung nach Rücksendung. Amazon fordert dich per E-Mail auf, Liefernachweis, Transaktionskennung und Beschreibung der Ware zu liefern. Antwortest du nicht rechtzeitig oder geht der Antrag gegen dich aus, musst du Amazon laut Nutzungsvereinbarung den Kaufbetrag einschließlich Versand und Steuern erstatten, dazu Gebühren, die mit dem Kauf zusammenhängen.
Im Abrechnungsbericht erscheint das als Zeile A-to-z Guarantee Claim, die dein Guthaben belastet. Laut Amazon fließt der Betrag an den Kunden zurück, für dich wirkt er also wie eine Erstattung ohne eigene Gutschrift von dir: Umsatzsteuer nach § 17 UStG im Monat der Belastung berichtigen, Gutschrift erstellen, die auf die Rechnung verweist. Laut Amazon misst Amazon deine Verkäuferleistung außerdem teilweise an den erfolgreich gegen dich gestellten A-bis-z-Anträgen.
Rückbuchungen und die Zahlungsschutzrichtlinie
Bei einer Rückbuchung fordert die Bank des Kunden das Geld zurück, Amazon benachrichtigt dich per E-Mail. Du kannst innerhalb von 11 Kalendertagen widersprechen oder akzeptieren; reagierst du nicht, belastet Amazon dein Konto mit dem Betrag. Die Zahlungsschutzrichtlinie schützt dich nur, wenn du physische Ware verkauft hast, die Rückbuchung als nicht autorisierte Zahlung eingestuft ist und du einen gültigen Liefernachweis an die von Amazon übermittelte Adresse vorlegst. Für Dienstleistungen, digitale Inhalte und Geschenkkarten gilt sie nicht.
Greift die Richtlinie nicht und ficht Amazon die Rückbuchung für dich an, kostet das 20 € je Rückbuchung, unabhängig davon, ob du gewinnst. Diese Gebühr bucht du wie jede andere Amazon-Pay-Gebühr auf 6855 (4970). Ist die Rückbuchung endgültig verloren, berichtigst du die Umsatzsteuer wie bei einer Erstattung. Gewinnst du, kommt der Betrag als positive Zeile zurück, und eine bereits erstellte Gutschrift wird mit einer Gegenbuchung aufgehoben. Den allgemeinen Ablauf bei Rückbelastungen beschreibt der Guide Chargeback buchen.
Wenn das Guthaben für eine Erstattung nicht reicht
Reicht dein Amazon-Pay-Guthaben für eine Erstattung nicht aus, belastet Amazon die Differenz laut Entwicklerdokumentation als Zeile vom Typ Debt. Laut Glossar zieht Amazon solche Verbindlichkeiten vor der nächsten Auszahlung ab oder belastet die hinterlegte Karte. Die Zeile ist keine zweite Erstattung, sondern betrifft nur die Finanzierung der ersten. Buch sie deshalb nicht noch einmal gegen Erlöse, sondern bis zur Klärung auf das Interimskonto, und stimm mit deiner Kanzlei ab, wie der Ausgleich über Bank oder Karte gebucht wird.
Automatisch mit Meridian
Amazon Pay ist in Meridian noch Beta: Den Zugang fragst du nach der Anmeldung an, wir schalten ihn für dein Konto frei. Direkt verbinden kannst du heute Mollie, Stripe, PayPal und CoinGate.
Meridian erstellt zu jeder Erstattung aus dem Abrechnungsbericht eine Gutschrift als PDF, die auf die ursprüngliche Rechnung verweist, mit derselben Steuer wie der Verkauf, und bucht die zurückgegebene Gebühr gegen dein Gebührenkonto. Für Rückbuchungen und A-bis-z-Anträge wählst du in den Einstellungen von Amazon Pay: Gutschrift im Monat der Belastung nach § 17 UStG oder nur eine Liste für die Kanzlei, während der Betrag auf dem Interimskonto steht. Gewinnst du einen Fall, hebt Meridian die Gutschrift mit einer Gegenbuchung auf.
Zur Anbindung: Amazon Pay DATEV Schnittstelle.
Häufige Fragen
Erstattet Amazon Pay die Gebühren bei einer Rückerstattung?
Teilweise. Die Bearbeitungsgebühr und eine grenzüberschreitende Gebühr gibt Amazon zurück, die Autorisierungsgebühr von 0,35 € nicht.
In welchem Monat buche ich eine Amazon-Pay-Erstattung?
Im Monat der Erstattung. Die Umsatzsteuer wird nach § 17 UStG für den Zeitraum berichtigt, in dem sich die Bemessungsgrundlage ändert, zum Steuersatz des ursprünglichen Verkaufs.
Was kostet eine Rückbuchung bei Amazon Pay?
Ficht Amazon eine Rückbuchung für dich an, die nicht unter die Zahlungsschutzrichtlinie fällt, berechnet Amazon 20 € je Rückbuchung, unabhängig vom Ausgang. Greift die Richtlinie, berechnet Amazon keine Gebühr und belastet dein Konto nicht.
Wie lange habe ich Zeit, auf einen A-bis-z-Antrag zu antworten?
Die Hilfeseite nennt 7 Werktage, die Nutzungsvereinbarung in Ziffer 3.5.2 sieben Kalendertage. Antworte innerhalb der kürzeren Frist, sonst entscheidet Amazon ohne deine Unterlagen.
Quellen
- Amazon Pay Hilfe: Erstattung eines Betrags
- Amazon Pay Hilfe: Konfliktsituationen lösen, A-bis-z-Garantie
- Amazon Pay Hilfe: Rückbuchungs-FAQ
- Amazon Pay Hilfe: Länderspezifische Gebührenübersicht, Rückerstattung von Gebühren
- Amazon Payments Europe Nutzungsvereinbarung, Ziffer 2.5, 3.1 und 3.5.2
- Amazon Pay Hilfe: Glossar für Amazon Pay-Berichte
- Amazon Pay Developer: Settlement Report Details
- § 17 UStG: Änderung der Bemessungsgrundlage
Die Anbindung an Amazon Pay läuft in Meridian als Beta. Den Zugang fragst du nach der Anmeldung an, wir schalten ihn für dein Konto frei. Danach bucht Meridian Amazon Pay automatisch in DATEV: 99,99 € netto im Monat, 14 Tage kostenlos.