Im Mollie-Checkout sehen alle Zahlungsarten gleich aus. In der Buchhaltung sind sie es nicht: PayPal-Zahlungen kommen nie im Mollie-Guthaben an, bei Klarna und Billie gelten zusätzlich deren Bedingungen, und Apple Pay ist für Mollie schlicht eine Kartenzahlung. Wer das weiß, findet am Monatsende keine Lücke auf dem Verrechnungskonto.
- PayPal über Mollie läuft über dein eigenes PayPal-Geschäftskonto: Das Geld landet laut Mollie im PayPal-Guthaben, PayPal rechnet seine Gebühren selbst ab, Mollie berechnet 0,10 € zusätzlich (Stand Oktober 2026).
- Klarna über Mollie wird über das Mollie-Guthaben ausgezahlt, fünf Geschäftstage nach Capture; mit der Aktivierung akzeptierst du zusätzlich die Bedingungen von Klarna.
- Apple Pay und Google Pay legt Mollie als Kartenzahlung an; Gebühr, Haltefrist und Buchung folgen der Karte.
- Mollies Exportdateien enthalten keine PayPal-Transaktionen. PayPal-Umsätze brauchen deshalb ein eigenes Verrechnungskonto und die PayPal-Daten als Quelle für die Geldseite.
Welche Zahlungsart läuft wohin?
Entscheidend für die Buchung ist, wer das Geld einzieht und wo es danach liegt. Die Übersicht nach den Angaben von Mollie, Stand Oktober 2026:
| Zahlungsart | Weitere Bedingungen | Geld landet | Haltefrist | Gebühr laut Mollie-Preisliste |
|---|---|---|---|---|
| Kreditkarte EWR, Privatkarte | nur Mollie | Mollie-Guthaben | T+4 | 1,80 % + 0,25 € |
| Apple Pay, Google Pay | nur Mollie, als Karte | Mollie-Guthaben | T+4 | je nach verwendeter Karte |
| Klarna | Klarna-Bedingungen | Mollie-Guthaben | T+5 nach Capture | 2,99 % + 0,35 € |
| Billie, nur B2B | Billie-Bedingungen | Mollie-Guthaben | T+5 | 3,49 % + 0,35 € |
| SEPA-Lastschrift | nur Mollie | Mollie-Guthaben | T+9 | 0,35 € |
| PayPal | eigenes PayPal-Geschäftskonto | PayPal-Guthaben | von PayPal | PayPal-Gebühren + 0,10 € |
PayPal über Mollie: das Geld landet bei PayPal
PayPal über Mollie setzt ein PayPal-Geschäftskonto voraus, und die Zahlungen erscheinen laut Mollie nicht im Mollie-Guthaben, sondern in deinem PayPal-Guthaben. Mollie zeigt die Zahlung im Dashboard an und setzt ihren Status später von Paid auf Paid out. Ausgezahlt wird sie von PayPal, nicht von Mollie.
Vertragspartner für das PayPal-Konto ist die PayPal (Europe) S.à r.l. et Cie, S.C.A. in Luxemburg. Die PayPal-Gebühr behält PayPal ein, und Rückbelastungen klärt PayPal laut Mollie direkt mit deinem Kunden. Mollie berechnet zusätzlich 0,10 € je Transaktion. Ob diese 0,10 € als eigene Zeile auf der Mollie-Monatsrechnung erscheinen, beschreibt Mollie nicht ausdrücklich; prüfe deine Mollie-Rechnung.
Für die Buchhaltung heißt das: Der Zahlungseingang gehört auf dein PayPal-Verrechnungskonto, nicht auf das Mollie-Konto. Mollie schreibt außerdem, dass PayPal-Transaktionen und Erstattungen in den Exportdateien nicht enthalten sind. Die Geldseite holst du dir aus PayPal. Wie PayPal-Gebühren steuerlich behandelt werden, steht im Artikel PayPal-Gebühren buchen.
Doppelte Erlöse vermeiden: Eine PayPal-Zahlung über Mollie steht sowohl in den Mollie-Zahlungen als auch in deinem PayPal-Konto. Leg mit der Kanzlei fest, aus welcher der beiden Quellen der Erlös gebucht wird.
Klarna über Mollie: Auszahlung über Mollie, Bedingungen von Klarna
Klarna über Mollie wird wie eine Kartenzahlung über dein Mollie-Guthaben ausgezahlt, laut Mollie fünf Geschäftstage nach dem Capture. Du bekommst den vollen Betrag vorab, dein Kunde zahlt später an Klarna. Mit der Aktivierung akzeptierst du zusätzlich die Händlerbedingungen von Klarna, und Streitfälle bearbeitest du im Händlerportal von Klarna.
Die Gebühr von 2,99 % + 0,35 € steht in Mollies Preisliste und wird wie alle Transaktionsgebühren vom Guthaben abgezogen. Buchhalterisch ist Klarna über Mollie deshalb eine normale Mollie-Zahlung: Erlös gegen Debitor, Zahlungseingang auf dem Mollie-Konto, Gebühr auf 6855 mit BU 506, Beleg ist die Mollie-Rechnung.
Zwei Besonderheiten: Für verlorene Klarna-Streitfälle nennt Mollie 25 € je Fall, und bei einer Streitfallquote über 1,5 % bis zu 30 € mehr. Und eine Klarna-Zahlung hat kein Kartenland. Für den OSS-Nachweis bei digitalen Leistungen brauchst du dann andere Beweismittel, etwa die Rechnungsanschrift, die dein Shop an Mollie übergibt.
Apple Pay und Google Pay: für Mollie eine Kartenzahlung
Apple Pay und Google Pay legt Mollie als Zahlung mit der Methode creditcard an. Die Gebühr richtet sich nach der Karte, die dein Kunde in der Wallet hinterlegt hat, die Haltefrist ist die der Karte, T+4. Gebucht wird genau wie eine Kartenzahlung über das Mollie-Verrechnungskonto. Ein eigenes Konto für Wallet-Zahlungen braucht es nicht.
Billie und Riverty: Rechnungskauf über Mollie
Billie gibt es über Mollie nur für Geschäftskunden, und Billie erstellt laut Mollie keine Rechnungen an deine Kunden. Die Rechnung schreibst also du, aber ohne deine eigene Bankverbindung, denn dein Kunde zahlt an Billie. Auch hier gelten zusätzlich die Bedingungen von Billie. Riverty übernimmt laut Mollie das finanzielle Risiko und das Mahnwesen gegenüber Verbrauchern.
In der Buchhaltung laufen beide wie Klarna: Auszahlung über das Mollie-Guthaben, Gebühr vom Guthaben abgezogen, Beleg ist die Mollie-Rechnung. Die Forderung gegen deinen Kunden ist mit der Zahlung über Mollie erledigt; was danach zwischen Kunde und Billie oder Riverty passiert, berührt deine Bücher nicht.
Buchungssätze im Vergleich: Karte und Klarna gegen PayPal
Ein Beispiel mit erfundenen Beträgen, Inlandsumsatz 119,00 € brutto, SKR04 mit SKR03 in Klammern. Die Konten für die Verrechnung vergibt deine Kanzlei.
| Vorgang | Karte oder Klarna über Mollie | PayPal über Mollie |
|---|---|---|
| Erlös 19 % | Debitor an 4400 (8400), 119,00 € | Debitor an 4400 (8400), 119,00 € |
| Zahlungseingang | 1465 Mollie (1365) an Debitor | PayPal-Verrechnungskonto an Debitor |
| Gebühr | 6855 (4970) an 1465 Mollie, BU 506 | PayPal-Gebühr laut PayPal-Abrechnung, dazu 0,10 € Mollie |
| Auszahlung | 1460 (1360) an 1465 Mollie | über PayPal, nicht über Mollie |
Automatisch mit Meridian
Meridian liest über den Organisations-Token alle Zahlungen deines Mollie-Kontos, gleich mit welcher Methode, und erstellt zu jeder bezahlten Zahlung Rechnung und Erlösbuchung. Die Gebühr kommt je Zahlung aus Mollies Guthabenbewegungen, deshalb sind Karte, Apple Pay, Klarna und Billie ohne Sonderbehandlung richtig auf dem Mollie-Konto.
PayPal-Zahlungen über Mollie behandelt das Mollie-Paket heute wie jede andere Mollie-Zahlung: Der Zahlungseingang steht im Zahlungsstapel auf dem Mollie-Konto, obwohl das Geld bei PayPal liegt, und er wird von keiner Mollie-Auszahlung ausgeglichen. Nutzt du PayPal über Mollie, sollte die Kanzlei diese Eingänge auf das PayPal-Verrechnungskonto umbuchen. Hast du zusätzlich dein PayPal-Konto mit Meridian verbunden, erscheinen dieselben Verkäufe in beiden Paketen; dann muss vor dem Import feststehen, welche Quelle den Erlös bucht. Zur Anbindung: Mollie DATEV Schnittstelle.
Häufige Fragen
Wer ist mein Vertragspartner, wenn ich Klarna über Mollie anbiete?
Mollie wickelt die Zahlung ab und zahlt sie über dein Mollie-Guthaben aus. Mit der Aktivierung akzeptierst du laut Mollie zusätzlich die Bedingungen von Klarna. Die Transaktionsgebühr steht in Mollies Preisliste und wird vom Mollie-Guthaben abgezogen.
Tauchen PayPal-Zahlungen in der Mollie-Auszahlung auf?
Nein. PayPal-Zahlungen über Mollie landen laut Mollie in deinem PayPal-Guthaben und werden von PayPal ausgezahlt. In Mollies Exportdateien sind PayPal-Transaktionen und Erstattungen nicht enthalten.
Brauche ich für Apple Pay ein eigenes Verrechnungskonto?
Nein. Mollie führt Apple Pay und Google Pay als Kartenzahlung, sie laufen über dasselbe Mollie-Guthaben und dieselbe Auszahlung wie jede Karte.
Muss ich bei Billie über Mollie selbst eine Rechnung schreiben?
Ja. Billie erstellt laut Mollie keine Rechnungen an deine Kunden. Du stellst die Rechnung aus und lässt deine eigene Bankverbindung weg, weil dein Kunde an Billie zahlt.
Quellen
Meridian liest deine Mollie-Daten direkt und macht daraus DATEV-Buchungsstapel mit Belegen an der Buchung: 99,99 € netto im Monat, unbegrenzte Accounts, 14 Tage kostenlos.