Shopify Payments sieht aus wie ein Marktplatz, weil Shopify das Geld einsammelt und gesammelt auszahlt. Steuerlich ist es keiner: Laut Shopify-AGB bist du Verkäufer jeder Bestellung, und Shopify ist dein Softwareanbieter mit angeschlossener Zahlungsabwicklung. Für die Buchhaltung ist das die einfachere Lage. Du buchst deine Verkäufe wie in jedem eigenen Shop, die Gebühren als Aufwand und die Auszahlungen über das Geldtransitkonto. Dieser Guide zeigt, wo die Zahlen stehen und wie die Umsatzsteuer auf die Gebühren läuft.
- Shopify ist kein Marktplatz. Laut AGB bist du Verkäufer und „merchant of record“ jeder Bestellung, also gilt § 3 Abs. 3a UStG nicht. Laut Bedingungen für Shopify Payments ist Shopify nicht verpflichtet, Steuern auf deine Verkäufe zu berechnen oder abzuführen. Umsatzsteuer, OSS und Rechnungen bleiben bei dir.
- Shopify Payments behält die Gebühren je Zahlung ein und überweist den Rest. Den Rhythmus wählst du in Deutschland zwischen täglich, wöchentlich und monatlich, die Mindestauszahlung liegt bei 1 €.
- Vertragspartner für Händler in Deutschland ist die Shopify International Limited in Dublin. Auf Gebühren von Shopify Payments erhebt Shopify bei Händlern in der EU außer Irland keine Umsatzsteuer und nennt das Reverse Charge. Du schuldest die deutsche Steuer dann nach § 13b UStG selbst. Die Rechnung über die Gebühren eines Monats erstellt Shopify am 5. des Folgemonats.
- Jede Auszahlung zeigt Belastungen, Erstattungen, Anpassungen und Reserven. Als CSV exportiert enthält sie je Transaktion Betrag, Gebühr und Nettobetrag.
- Die Shopify-Payments-Anbindung von Meridian ist noch nicht freigeschaltet, sie steht als „In Kürze“ in der Liste der Integrationen.
Shopify ist kein Marktplatz
Die Shopify-AGB sagen es ausdrücklich: Die Dienste sind kein Marktplatz, und du bist Verkäufer oder „merchant of record“ für alle Verkäufe. Damit fehlt die Voraussetzung, unter der eine Plattform nach § 3 Abs. 3a UStG als Lieferer gilt. Soweit Shopify doch Steuern einzieht und abführt, darf es sie laut Bedingungen für Shopify Payments von deinem Konto abziehen.
Auch für die Zahlungsabwicklung lehnt Shopify die Steuerfrage ab: Laut Bedingungen für Shopify Payments bist allein du dafür verantwortlich, welche Steuern auf deine Verkäufe anfallen, und Shopify ist nicht verpflichtet, sie zu berechnen, einzuziehen oder abzuführen. Fernverkäufe an Privatkunden in anderen EU-Ländern versteuerst du im Lieferland, sobald sie zusammen die Schwelle von 10.000 € nach § 3c Abs. 4 UStG überschreiten, in der Regel über das OSS-Verfahren.
Bei Shopify ist die Auszahlung nur Geldbewegung. Umsatz ist jede einzelne Bestellung, unabhängig davon, wann und gesammelt mit welchen anderen Zahlungen Shopify sie überweist.
Was in einer Shopify-Payments-Auszahlung steckt
Auszahlungen siehst du im Shopify-Admin im Bereich Finanzen unter Auszahlungen (englische Oberfläche: Finance › Payouts). Jede Auszahlung zeigt den Gesamtbetrag, den Status, das Zielkonto, die Referenz der Überweisung, soweit vorhanden, und eine Aufschlüsselung in Belastungen, Erstattungen, Anpassungen und Reserven. Darunter stehen die einzelnen Transaktionen.
Für die Buchhaltung exportierst du die Transaktionen einer Auszahlung als CSV. Die Datei kommt per E-Mail an dich und den Shop-Inhaber und enthält je Zeile Transaktionsdatum, Art, Bestellung, Kartenmarke, Kartenquelle, Auszahlungsstatus, Auszahlungsdatum, Verfügbarkeitsdatum, Betrag, Gebühr und Nettobetrag. Netto ist der Betrag abzüglich der Gebühr. Laut Shopify kann sich der Auszahlungsbetrag bis zur Überweisung noch durch Erstattungen, Rückbuchungen, Reserven oder Anpassungen ändern.
In Deutschland wählst du den Rhythmus zwischen täglich, wöchentlich und monatlich. An Wochenenden und Feiertagen gibt es keine Auszahlung; Zahlungen von Freitag bis Sonntag kommen gesammelt in einer Auszahlung. Die Mindestauszahlung liegt bei 1 €, ausgezahlt wird in Euro (Stand Oktober 2026).
| Spalte | Wofür du sie brauchst |
|---|---|
| Transaction Date, Type | Datum und Art: Belastung, Erstattung, Anpassung, Rückbuchung |
| Order | Zuordnung zur Bestellung und zur Rechnung |
| Payout Status, Payout Date, Available On | Zuordnung zur Überweisung auf dein Bankkonto |
| Amount | Bruttobetrag der Transaktion |
| Fee | Gebühr von Shopify Payments |
| Net | Betrag abzüglich Gebühr, Summe ergibt die Auszahlung |
Gebühren von Shopify Payments und Reverse Charge
Vertragspartner für Shopify Payments in Deutschland ist die Shopify International Limited, The Sidings, Grand Canal Quay, Dublin D02 E7K8. Die eigentliche Zahlungsabwicklung übernehmen Zahlungsdienstleister aus Shopifys Liste, und die ziehen die Gebühren laut Bedingungen im Auftrag von Shopify ein. Deshalb steht die Gebühr direkt in jeder Transaktion und mindert die Auszahlung.
Zur Umsatzsteuer sagt das Shopify Help Center: Für Händler in der EU außer Irland gilt auf die Gebühren von Shopify Payments ein Steuersatz von 0 %, den Shopify Reverse Charge nennt, und du musst deine Steuerdaten selbst festhalten. Die Rechnung über die Gebühren eines Monats erstellt Shopify laut Help Center am 5. des Folgemonats; du lädst sie im Shopify-Admin bei den Auszahlungen unter Dokumente herunter (englische Oberfläche: Settings › Payments › View payouts › Documents). Für dich heißt das: Du schuldest die deutsche Umsatzsteuer auf die Gebühr als Leistungsempfänger nach § 13b Abs. 1 und Abs. 5 UStG und ziehst sie im selben Zug als Vorsteuer ab. Ob deine Kanzlei Gebühren für Zahlungsabwicklung als steuerpflichtig oder als steuerfreien Zahlungsverkehr behandelt, legt ihr einmal fest; den Hintergrund erklärt der Guide Reverse Charge bei Zahlungsdienstleistern.
Für deine Shopify-Rechnungen müssen Händler in Europa laut Shopify eine USt-IdNr. angeben oder erklären, dass sie keine haben. Du hinterlegst sie in den Einstellungen im Rechnungsprofil der Abrechnung (englische Oberfläche: Settings › Billing › Billing profile); Shopify prüft sie über das MIAS-System der EU (englisch VIES).
Buchungssätze für SKR04 und SKR03
Das Beispiel zeigt einen Händler mit Sitz in Deutschland, zwei Bestellungen an Privatkunden in Deutschland, die Gebühren laut CSV und eine Auszahlung, alle Beträge erfunden. Gegenkonto ist ein eigenes Verrechnungskonto für Shopify Payments, das nach jeder Auszahlung auf null stehen sollte.
- Erlöskonto: 4400 und 8400 sind im DATEV-Standard Automatikkonten für 19 %. Bestellungen an Privatkunden in anderen EU-Ländern gehören auf die OSS-Konten und Schlüssel deiner Kanzlei, siehe Guide zur OSS-Meldung.
- Andere Zahlungsarten: Bestellungen, die über PayPal, Klarna oder einen anderen Anbieter außerhalb von Shopify Payments bezahlt wurden, stehen nicht in dieser Auszahlung. Sie gehören auf das Verrechnungskonto des jeweiligen Anbieters.
- Reverse Charge: Du schuldest die Umsatzsteuer auf die Gebühr nach § 13b UStG und ziehst sie nach § 15 Abs. 1 Nr. 4 UStG als Vorsteuer ab, im DATEV-Kontenrahmen auf 1407 Abziehbare Vorsteuer nach § 13b UStG 19 % (SKR03 1577). Welchen Steuerschlüssel deine Kanzlei für sonstige Leistungen aus dem EU-Ausland nutzt, gibt sie vor.
- Reserven: Hält Shopify einen Teil zurück, bleibt er auf dem Verrechnungskonto stehen, bis er in einer späteren Auszahlung kommt.
| Vorgang | Soll | Haben | BU | Betrag |
|---|---|---|---|---|
| Bestellungen an Privatkunden in Deutschland, brutto | Verrechnungskonto Shopify Payments | 4400 (8400) Erlöse 19 % USt | 238,00 € | |
| Gebühren laut CSV, Reverse Charge | 6855 (4970) Nebenkosten des Geldverkehrs | Verrechnungskonto Shopify Payments | Reverse-Charge-Schlüssel deiner Kanzlei | 5,12 € |
| Auszahlung laut Shopify | 1460 (1360) Geldtransit | Verrechnungskonto Shopify Payments | 232,88 € | |
| Zahlungseingang laut Kontoauszug | 1800 (1200) Bank | 1460 (1360) Geldtransit | 232,88 € |
Erstattungen und Rückbuchungen
Erstattest du einem Kunden den Kaufpreis, erscheint das als Transaktion der Art Erstattung und mindert die nächste Auszahlung. Du berichtigst die Umsatzsteuer nach § 17 Abs. 1 UStG im Zeitraum der Erstattung und buchst brutto gegen das Erlöskonto der ursprünglichen Bestellung.
Rückbuchungen durch die Bank des Kunden kommen als eigene Transaktion. Verliert der Händler den Fall, holt Shopify laut Bedingungen den Betrag und die zugehörigen Gebühren von dir zurück. Wie du solche Fälle bis zur Entscheidung führst, erklärt der Guide zu Chargebacks.
Meridian und Shopify Payments: In Kürze
Shopify Payments wartet noch auf die Freigabe durch den Anbieter. Direkt verbinden kannst du heute Mollie, Stripe, PayPal und CoinGate.
Die Shopify-Payments-Anbindung von Meridian ist noch nicht freigeschaltet. In der Liste der Integrationen steht sie als „In Kürze“, verbunden werden soll sie über den Shopify-Login. Bis dahin buchst du Shopify Payments wie oben beschrieben aus dem CSV-Export der Auszahlungen.
So ist die Anbindung angelegt: Meridian liest die Bestellungen, die über Shopify Payments bezahlt wurden, mit Rechnungs- und Lieferadresse, dazu die Transaktionen deines Shopify-Payments-Guthabens, die Auszahlungen und die Rückbuchungen. Bestellungen mit anderen Zahlungsarten übernimmt Meridian bewusst nicht; PayPal oder Klarna verbindest du über deren eigene Anbindung. Gebühren gehen auf dein Gebührenkonto, Erstattungen gegen den Verkauf, Auszahlungen über den Geldtransit zur Bank. Rechnungen an deine Kunden kann Meridian schreiben.
Für die Gebühren nutzt Meridian ab Werk den Gebührenschlüssel deiner Firma, und der ist auf 506 voreingestellt, den Schlüssel, den Meridian für Reverse Charge nach § 13b UStG vorschlägt. Das passt zu dem, was Shopify für Händler in der EU außer Irland angibt. Behandelt deine Kanzlei die Gebühren anders, stellst du den Schlüssel in den Shopify-Einstellungen um. Mehr zur Verbindung steht auf der Seite Shopify Payments DATEV Schnittstelle.
Häufige Fragen
Führt Shopify für mich Umsatzsteuer ab?
Nein. Laut AGB ist Shopify kein Marktplatz, und du bist Verkäufer jeder Bestellung. Shopify ist laut Bedingungen für Shopify Payments nicht verpflichtet, Steuern auf deine Verkäufe zu berechnen oder abzuführen. Umsatzsteuer und OSS-Meldung bleiben bei dir.
Sind die Gebühren von Shopify Payments Reverse Charge?
Für Händler in der EU außer Irland weist Shopify auf die Gebühren 0 % aus und nennt das Reverse Charge. Du schuldest die deutsche Umsatzsteuer dann nach § 13b UStG selbst und ziehst sie als Vorsteuer ab.
Wie oft zahlt Shopify Payments in Deutschland aus?
Täglich, wöchentlich oder monatlich, je nach deiner Einstellung. An Wochenenden und Feiertagen gibt es keine Auszahlung, die Mindestauszahlung liegt bei 1 €.
Buche ich die Shopify-Auszahlung als Umsatz?
Nein. Die Auszahlung ist der Saldo aus Bestellungen, Gebühren, Erstattungen und Reserven. Umsatz ist jede Bestellung brutto, die Gebühren buchst du getrennt als Aufwand.
Quellen
- Shopify Allgemeine Geschäftsbedingungen
- Shopify Payments, Nutzungsbedingungen
- Shopify Help Center, Auszahlungsdetails ansehen und exportieren
- Shopify Help Center, Auszahlungen und Gebührenrechnung in Deutschland
- Shopify Help Center, Gebühren von Shopify Payments
- Shopify Help Center, Umsatzsteuer auf Shopify-Rechnungen in Europa
- § 3 UStG, Lieferung, sonstige Leistung (Abs. 3a)
- § 13b UStG, Leistungsempfänger als Steuerschuldner
- § 15 UStG, Vorsteuerabzug
- § 17 UStG, Änderung der Bemessungsgrundlage
- DATEV-Kontenrahmen SKR 04, gültig für 2026
- DATEV-Kontenrahmen SKR 03, gültig für 2026
Die direkte Anbindung an Shopify Payments ist gebaut und wartet auf die Freigabe durch den Anbieter. Danach bucht Meridian Shopify Payments automatisch in DATEV: 99,99 € netto im Monat, 14 Tage kostenlos.