1360 ist im SKR03 das Geldtransitkonto, im SKR04 trägt dasselbe Konto die Nummer 1460. Über dieses Konto läuft Geld, das zwischen zwei eigenen Geldkonten unterwegs ist, zum Beispiel eine Auszahlung von Stripe, PayPal oder Mollie auf dein Bankkonto. Dieser Guide erklärt, warum DATEV diesen Umweg verlangt, wie er sich vom Verrechnungskonto des Anbieters unterscheidet und wie Auszahlung, Gebühren und Kontoauszug zusammenpassen.
- 1360 ist im SKR03 das Geldtransitkonto, 1460 im SKR04. Darüber laufen Umbuchungen zwischen zwei eigenen Geldkonten.
- DATEV lässt Buchungen direkt von einem Finanzkonto auf ein anderes nicht zu, weil sonst doppelte Buchungen entstehen. Der Weg läuft in zwei Buchungen über Geldtransit.
- Das Verrechnungskonto zeigt dein Guthaben beim Anbieter, das Geldtransitkonto nur das Geld, das gerade zur Bank unterwegs ist.
- Am Monatsende darf auf Geldtransit nur stehen, was zum Stichtag ausgezahlt, aber noch nicht auf der Bank angekommen war.
Was ist 1360 für ein Konto?
1360 ist im SKR03 das Geldtransitkonto, im SKR04 ist es die 1460. Es nimmt Beträge auf, die von einem eigenen Geldkonto auf ein anderes wechseln, und ist ausgeglichen, sobald das Geld angekommen ist.
DATEV begründet das so: Eine direkte Buchung von einem Finanzkonto auf ein anderes ist nicht zulässig, weil sie zu Doppelbuchungen führen würde. Beide Kontoauszüge werden gebucht, der des abgebenden und der des empfangenden Kontos, und jeder hätte sonst dieselbe Umbuchung noch einmal. Mit dem Geldtransitkonto wird die Umbuchung in zwei Buchungen zerlegt: Der abgebende Auszug bucht gegen Geldtransit, der empfangende auch. Am Ende ist Geldtransit wieder auf null.
Deshalb liegt das Konto auch außerhalb des Bereichs der Finanzkonten. Ausgeliefert reicht dieser laut DATEV im SKR03 von 1000 bis 1359 und im SKR04 von 1600 bis 1899; Geldtransit darf dort nicht liegen.
Geldtransit oder Verrechnungskonto: der Unterschied
Das Verrechnungskonto zeigt, was dir beim Zahlungsanbieter gehört; das Geldtransitkonto zeigt, was gerade zwischen Anbieter und Bank unterwegs ist. Beide brauchst du, und sie dürfen nicht verwechselt werden.
| Konto | Zweck | Saldo am Monatsende | Nummer SKR04 (SKR03) |
|---|---|---|---|
| Verrechnungskonto des Anbieters | Guthaben beim Anbieter: Verkäufe minus Gebühren, Erstattungen und Auszahlungen | entspricht dem Guthaben im Anbieterbericht | frei, legt die Kanzlei fest |
| Geldtransit | Auszahlung zwischen Anbieter und Bank | nur Auszahlungen, die erst nach dem Stichtag ankamen | 1460 (1360) |
| Bank | Eingang auf dem Geschäftskonto | entspricht dem Kontoauszug | 1800 (1200) |
Ist das Anbieterkonto in DATEV als Finanzkonto angelegt, ist Geldtransit Pflicht. Ist es ein normales Sachkonto, hilft Geldtransit trotzdem, weil Auszahlung und Bankeingang an verschiedenen Tagen aus verschiedenen Belegen gebucht werden.
Wie Auszahlung, Gebühren und Kontoauszug zusammenkommen
Die Gebühren bleiben beim Verrechnungskonto, über Geldtransit läuft nur der ausgezahlte Nettobetrag. Beispiel mit erfundenen Beträgen: Im September verkaufst du über einen Anbieter für 500,00 € brutto, der Anbieter behält 9,75 € Gebühren ein und stößt am 30. September eine Auszahlung von 490,25 € an. Auf deinem Konto kommt sie am 2. Oktober an.
| Datum | Vorgang | Soll | Haben | Betrag |
|---|---|---|---|---|
| September | Verkäufe, Summe | Verrechnungskonto Anbieter | Debitor oder Erlöse | 500,00 € |
| September | Gebühren | 6855 (4970) | Verrechnungskonto Anbieter | 9,75 € |
| 30.09. | Auszahlung angestoßen | 1460 (1360) | Verrechnungskonto Anbieter | 490,25 € |
| 02.10. | Eingang laut Kontoauszug | 1800 (1200) | 1460 (1360) | 490,25 € |
Was am Monatsende auf 1360 oder 1460 stehen darf
Zum Stichtag darf auf Geldtransit nur stehen, was ausgezahlt, aber noch nicht auf der Bank gebucht ist. Im Beispiel oben sind das am 30. September genau 490,25 €. Am 2. Oktober gleicht der Bankeingang das Konto wieder aus.
Bleibt ein Betrag länger stehen, fehlt meist eine der beiden Buchungen. Prüfe dann Auszahlung für Auszahlung: Gibt es den Abgang beim Anbieter, gibt es den Eingang auf der Bank, und stimmen die Beträge? Eine Auszahlungskennung im Buchungstext oder in Belegfeld 1 macht diese Suche zur Sache von Minuten.
- Auszahlung als Erlös gebucht: Der Umsatz steht doppelt in der Umsatzsteuer.
- Bank direkt gegen das Verrechnungskonto gebucht und zusätzlich über Geldtransit: Die Auszahlung zählt zweimal.
- Nur der Nettobetrag als Erlös: Gebühren verschwinden, der Erlös ist zu niedrig.
- Rückzahlung an den Anbieter, etwa bei negativem Saldo, nicht gebucht: Das Verrechnungskonto passt nicht mehr zum Guthaben.
Ein Geldtransitkonto für alle Anbieter?
Ein gemeinsames Geldtransitkonto funktioniert, solange jede Auszahlung erkennbar bleibt. Name des Anbieters und Auszahlungskennung im Buchungstext reichen dafür. Manche Kanzleien legen lieber ein Transitkonto je Anbieter an, um die Abstimmung noch schneller zu machen; das ist Geschmackssache und gehört mit der Kanzlei abgestimmt.
Getrennt sein müssen dagegen die Verrechnungskonten, denn nur dort lässt sich der Saldo mit dem Guthaben beim Anbieter vergleichen. Mehr zum Kontenplan für mehrere Anbieter steht im Guide SKR03 und SKR04 für Zahlungsdienstleister.
Automatisch mit Meridian
Meridian bucht jede Auszahlung als eigene Zeile vom Verrechnungskonto auf Geldtransit, voreingestellt 1460 im SKR04, mit der Auszahlungskennung in Belegfeld 1; bei Stripe steht zusätzlich das Ankunftsdatum im Buchungstext. Den Bankeingang bucht deine Kanzlei wie gewohnt aus dem Kontoauszug gegen Geldtransit. So bleibt der Kontoauszug die eine Quelle für die Bank, und das Transitkonto zeigt sofort, welche Auszahlung noch fehlt.
Das Geldtransitkonto ist je Anbieter einstellbar, falls deine Kanzlei getrennte Transitkonten möchte. Wie das bei Stripe aussieht, zeigt die Seite Stripe mit DATEV verbinden.
Ohne Meridian funktioniert der Weg genauso: Auszahlungsbericht des Anbieters gegen Geldtransit, Kontoauszug gegen Geldtransit. Wer DATEV Datenservice nutzt, bekommt die Anbieterseite ebenfalls aus dem Rechenzentrum und bucht die Bank wie oben.
Häufige Fragen
Was ist das Konto 1460 im SKR04?
Das Geldtransitkonto. Es entspricht der 1360 im SKR03 und nimmt Beträge auf, die zwischen zwei eigenen Geldkonten unterwegs sind, etwa eine Auszahlung vom Zahlungsanbieter auf die Bank.
Muss das Geldtransitkonto am Monatsende null sein?
Nicht zwingend. Es darf die Auszahlungen enthalten, die zum Stichtag angestoßen, aber noch nicht auf der Bank gebucht waren. Alles andere ist ein Hinweis auf eine fehlende Buchung.
Brauche ich Geldtransit auch bei PayPal?
Ja, wenn das PayPal-Guthaben als eigenes Finanzkonto geführt wird, und das ist der Regelfall. Der Übertrag auf die Bank ist dann eine Umbuchung zwischen zwei Finanzkonten, die DATEV über Geldtransit verlangt.
Was ist der Unterschied zwischen Geldtransit und Verrechnungskonto?
Das Verrechnungskonto zeigt dein Guthaben beim Zahlungsanbieter, das Geldtransitkonto nur das Geld, das gerade vom Anbieter zur Bank unterwegs ist.
Quellen
Meridian erledigt all das automatisch, direkt aus Mollie, Stripe, PayPal und CoinGate: 99,99 € netto im Monat, unbegrenzte Accounts, 14 Tage kostenlos.