Ein Stripe-Monat besteht aus mehr als Umsatz, Gebühr und Auszahlung. Dazu kommen Erstattungen, Rückbelastungen, Gebühren für Radar oder Stripe Tax, gescheiterte Auszahlungen und Bewegungen, die keiner Regel folgen. Diese Anleitung zeigt jeden Vorgang mit Buchungssatz, damit am Monatsende das Stripe-Verrechnungskonto mit dem Saldo bei Stripe übereinstimmt.
- Gebucht wird über ein eigenes Verrechnungskonto für das Stripe-Guthaben: Umsätze brutto hinein, Gebühren, Erstattungen, Rückbelastungen und Auszahlungen hinaus.
- Stripe-Gebühren sind eigener Aufwand, SKR04 6855 oder SKR03 4970. Stripe Payments Europe, Limited leistet aus Irland ohne Umsatzsteuer, deshalb meldest du die Steuer nach § 13b UStG in Kennzahl 46 und 47 und ziehst sie in Kennzahl 67 ab.
- Erstattungen und verlorene Rückbelastungen mindern den Umsatz nach § 17 UStG im Monat, in dem sie passieren, zum Steuersatz des ursprünglichen Verkaufs.
- Am Monatsende muss der Saldo des Verrechnungskontos dem Stripe-Guthaben entsprechen; was nicht aufgeht, gehört auf ein Interimskonto und wird geklärt, nicht geschätzt.
Welche Konten brauchst du für Stripe?
Du brauchst ein Verrechnungskonto für das Stripe-Guthaben, ein Gebührenkonto, ein Geldtransitkonto für Auszahlungen und für unklare Fälle ein Interimskonto. Die Erlöskonten sind dieselben wie bei jedem anderen Zahlungsweg. Das Verrechnungskonto vergibt deine Kanzlei; in den Beispielen hier steht 1810, wie im Guide zu Stripe-Gebühren.
| Zweck | SKR04 | SKR03 |
|---|---|---|
| Stripe-Guthaben (Verrechnung) | frei, z. B. 1810 | frei, nach Wahl der Kanzlei |
| Stripe-Gebühren | 6855 | 4970 |
| Geldtransit | 1460 | 1360 |
| Bank | 1800 | 1200 |
| Erlöse 19 % | 4400 | 8400 |
| Erlöse 7 % | 4300 | 8300 |
| Erlöse EU-Privatkunden (OSS) | 4320 | 8330 |
| Erlöse EU-Unternehmen, Reverse Charge | 4336 | 8336 |
| Erlöse Drittland | 4338 | 8338 |
Umsatz und Gebühr: zwei Buchungen, nicht eine
Der Umsatz wird mit dem vollen Betrag gebucht, den dein Kunde zahlt, die Gebühr getrennt als Aufwand. Bucht man nur den Nettobetrag, fehlt Umsatz in der Voranmeldung und die Gebühr in der Reverse-Charge-Meldung. Laut Preisliste kostet eine Standardkarte aus dem EWR 1,5 % + 0,25 €, eine Karte aus dem Vereinigten Königreich 2,5 % + 0,25 € und eine andere internationale Karte 3,15 % + 0,25 €, dazu 2 %, wenn eine Währungsumrechnung nötig ist (Stand Oktober 2026).
Mit Debitor gebucht sieht ein Kartenverkauf über 119,00 € so aus: Debitor an 4400 mit 119,00 € für die Rechnung, Stripe-Verrechnung an Debitor mit 119,00 € für den Zahlungseingang, 6855 an Stripe-Verrechnung mit 2,04 € für die Gebühr. Ohne Debitor bucht die Kanzlei den Erlös direkt gegen das Verrechnungskonto. Welche Umsatzsteuer auf die Rechnung gehört, hängt vom Kunden ab:
| Kunde | Konto SKR04 | Steuer | Voranmeldung |
|---|---|---|---|
| Inland, 19 % | 4400 | 19 % deutsche USt | Kz 81 |
| Inland, 7 % | 4300 | 7 % deutsche USt | Kz 86 |
| EU-Privatkunde, über 10.000 € EU-weit | 4320 | Satz des Bestimmungslandes | nicht in der Voranmeldung, sondern in der OSS-Meldung |
| EU-Unternehmen mit USt-IdNr., sonstige Leistung | 4336 | keine, Kunde schuldet sie | Kz 21, dazu Zusammenfassende Meldung |
| Kunde außerhalb der EU, sonstige Leistung | 4338 | keine deutsche USt | Kz 45 |
Stripe-Gebühren und Reverse Charge
Stripe-Gebühren bucht du auf 6855 (SKR03 4970) und meldest die Umsatzsteuer darauf selbst, weil Stripe aus Irland ohne Umsatzsteuer abrechnet. Vertragspartner für Konten in Deutschland ist laut Stripe Services Agreement die Stripe Payments Europe, Limited. Laut Stripe-Support berechnet Stripe auf seine Gebühren keine Umsatzsteuer, außer für Kontoinhaber in Irland, Norwegen, der Schweiz und Liechtenstein und den Vereinigten Arabischen Emiraten, und weist auf die Selbstveranlagung im Reverse-Charge-Verfahren hin.
In der Voranmeldung steht die Bemessungsgrundlage in Kennzahl 46, die Steuer in 47, der Vorsteuerabzug in 67; in DATEV übernimmt das üblicherweise der BU-Schlüssel 506. Neben der Gebühr je Zahlung gibt es Gebühren ohne einzelne Zahlung: Radar, Billing, Stripe Tax oder Sofortauszahlungen. Sie erscheinen im Guthaben als eigene Bewegung und werden genauso gebucht. Beleg für alle Gebühren ist die monatliche Steuerrechnung von Stripe, die laut Stripe bis zum 10. des Folgemonats im Dashboard unter Einstellungen, Dokumente bereitsteht.
Ob einzelne Gebührenarten als Zahlungsverkehrsleistung steuerfrei behandelt werden, schlüsselt Stripe öffentlich nicht auf. Prüfe deine Gebührenrechnung und stimm den Schlüssel einmal mit deiner Kanzlei ab.
Erstattungen buchen
Eine Erstattung bucht du als Minderung des Umsatzes im Monat der Erstattung, zum Steuersatz des ursprünglichen Verkaufs, mit einem Korrekturbeleg, der auf die ursprüngliche Rechnung verweist. Stripe zieht den Betrag vom Guthaben ab: Debitor an Stripe-Verrechnung für das Geld, und die Erlösbuchung wird per Generalumkehr korrigiert.
Die Bearbeitungsgebühr der ursprünglichen Zahlung erstattet Stripe dabei nicht, ebenso wenig die Gebühr für die Währungsumrechnung. Die Gebühr bleibt also als Aufwand stehen, auch wenn der Umsatz verschwindet.
Rückbelastungen buchen
Bei einer Rückbelastung zieht Stripe den strittigen Betrag und die Gebühr von 20,00 € in einer einzigen Bewegung vom Guthaben ab (Stand Oktober 2026). Antwortest du mit Beweisen, fallen weitere 20,00 € an, die du zurückbekommst, wenn du gewinnst. Wie du Umsatzsteuer, Gebühr und einen späteren Gewinn buchst, steht ausführlich im Guide Stripe-Rückbelastungen buchen.
Auszahlungen und Geldtransit
Jede Auszahlung buchst du als Umbuchung vom Stripe-Guthaben auf das Geldtransitkonto, und den Bankeingang vom Geldtransit auf die Bank: 1460 an Stripe-Verrechnung, dann 1800 an 1460. So bleibt nichts hängen, wenn eine Auszahlung über den Monatswechsel läuft. Wie du Auszahlungen über den Bericht zur Auszahlungsabstimmung den einzelnen Zahlungen zuordnest, steht im Guide Stripe-Auszahlungen buchen.
Monatsabschluss: Saldo gegen Stripe prüfen
Am Monatsende muss der Saldo deines Stripe-Verrechnungskontos dem Endsaldo im Stripe-Saldobericht entsprechen. Stripe bezeichnet diesen Bericht selbst als Gegenstück zum Kontoauszug. Weicht der Saldo ab, fehlt fast immer eine der seltenen Bewegungen: eine gescheiterte Erstattung, eine sonstige Anpassung, eine aufgehobene Rückbelastung oder eine Zahlung in einer anderen Währung.
Solche Bewegungen bucht die Kanzlei auf ein Interimskonto und ordnet sie einzeln zu. Das ist besser als eine Sammelkorrektur, weil jede dieser Bewegungen steuerlich etwas anderes bedeuten kann. Zahlungen in Fremdwährung behandelt der Guide Stripe in Fremdwährung buchen.
Automatisch mit Meridian
Meridian baut genau diese Buchungen aus den Guthabenbewegungen deines Stripe-Kontos: Erlöse mit Rechnung je Zahlung und Steuerfall nach Land, Zahlungseingänge und Gebühren als getrennte Zeilen mit dem Gebührenschlüssel deiner Firma, Erstattungen mit Gutschrift, Rückbelastungen wahlweise als Gutschrift im Monat der Rückbelastung oder als Liste, Auszahlungen über den Geldtransit. Bewegungen ohne feste Regel landen sichtbar auf dem Interimskonto, und eine Abstimmungsdatei vergleicht die Geldseite mit dem Saldo, den Stripe meldet.
Das Verrechnungskonto und das Interimskonto hat Meridian bewusst nicht voreingestellt; beide vergibt deine Kanzlei. Zur Anbindung: Stripe DATEV Schnittstelle.
Häufige Fragen
Buche ich bei Stripe den Auszahlungsbetrag als Umsatz?
Nein. Umsatz ist, was dein Kunde zahlt. Die Auszahlung ist eine Summe aus vielen Zahlungen abzüglich Gebühren, Erstattungen und Rückbelastungen und wird nur als Geldtransit gebucht.
Welches Konto nehme ich im SKR03 für Stripe-Gebühren?
4970 Nebenkosten des Geldverkehrs, im SKR04 6855, jeweils mit dem Steuerschlüssel für Reverse Charge, in DATEV üblicherweise 506.
Erstattet Stripe bei einer Rückerstattung die Gebühr?
Nein. Laut Stripe werden die Bearbeitungsgebühren und die Gebühren für die Währungsumrechnung der ursprünglichen Zahlung nicht zurückgegeben.
Wohin buche ich Bewegungen, die ich nicht zuordnen kann?
Auf ein Interimskonto, das die Kanzlei regelmäßig klärt. Eine Schätzung oder Sammelkorrektur verdeckt Fehler, die sich steuerlich auswirken können.
Quellen
- Stripe Services Agreement (Vertragspartner je Land)
- Stripe Support: Besteuerung der Stripe-Gebühren
- Stripe Support: Steuerrechnungen für Gebühren ab 1. Juli 2025
- Stripe Preise Deutschland
- Stripe Support: Gebühren bei Erstattungen
- Stripe Docs: Saldobericht
- § 13b UStG: Leistungsempfänger als Steuerschuldner
- § 17 UStG: Änderung der Bemessungsgrundlage
- BMF: Vordruckmuster Umsatzsteuer-Voranmeldung 2026
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